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Hirschmann: Sozialplan steht

Rankweil - Nach der Kündigung von 120 Mitarbeitern bei der Firma Hirschmann in Rankweil wurde nun ein Sozialplan erstellt.

Hirschmann-Geschäftsleitung und AK-Arbeitsrechtsexperten haben zusammen mit den Gewerkschaften GMTN und GPA als federführende Verhandler sowie dem Betriebsrat und der Wirtschaftskammer in einem konstruktiven Umfeld einen Sozialplan erarbeitet, der jetzt den betroffenen Mitarbeitern vorgestellt wurde.

„Neben allgemeinen finanziellen Leistungen zielt der Sozialplan besonders auf interne Versetzungen, Wiedereingliederungen in den Arbeitsmarkt und die Abfederung sozialer Einzelhärten ab“, erklären die Hirschmann Geschäftsführer Volker Buth und Thomas Mayer. Allen Beteiligten war wichtig, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. So besteht für rund 30 Mitarbeiter die Möglichkeit, durch entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen einen anderen Arbeitsplatz bei Hirschmann zu bekommen. „Wir wollten vor allem keine Kündigungen von geschützten Behinderten und die Aufrechterhaltung von Altersteilzeitvereinbarungen“, sagt AK-Experte Dr. Klaus Holbach. Außerdem sei es gelungen, innovative Elemente, wie z.B. Leistungsanreize, im Sozialplan zu verankern.

„Gelebte und erfolgreiche Sozialpartnerschaft“

Von Anfang an eingebunden waren auch die Hirschmann-Betriebsräte Fessler und Zimmermann: „Nach harten, aber ausgesprochen fairen Verhandlungen sind wir froh, dass wir gemeinsam zu einem sehr guten Ergebnis für unsere Mitarbeiter/innen gekommen sind“. Alle Beteiligten beschreiben zusammenfassend das Verhandlungsergebnis als „sehr gutes Beispiel gelebter und erfolgreicher Sozialpartnerschaft“.

Hirschmann Rankweil: Ausbau zum Hochtechnologiestandort

Wie Anfang Jänner dieses Jahres durch die Geschäftsführung bekanntgegeben wurde, wird über das Jahr 2008 verteilt die Achskabel-Produktion größtenteils von Rankweil in das tschechische Werk in Vsetin verlagert. Der hohe Preis- und Wettbewerbsdruck in der Automobilindustrie zwingt letztlich zu einer Fertigung solch lohnintensiver Kabel¬assemblagen in Niedriglohnländern. Gleichzeitig wird der Standort Rankweil als zukunftsorientierter Innovationsstandort gesichert und weiter ausgebaut; so verbleiben nach der Verlagerung der Achskabel-Produktion weiterhin mehr als 650 Mitarbeiter/innen in Rankweil. Besonders groß ist die Nachfrage nach Fachpersonal wie Produktions-, Prozess- und Entwicklungsingenieuren, Werkzeugmachern und Maschinenbedienern.

Soziale Umstände berücksichtigt

Der Sozialplan tritt mit Anfang März 2008 in Kraft und ist bis Ende Jänner 2009, mit dem letzten geplanten Verlagerungsschritt wirksam. Die Maßnahmen beinhalten über die gesetzliche Abfertigung hinaus freiwillige finanzielle Leistungen seitens Hirschmann, die neben einem Pauschalbetrag für alle Betroffenen, die sozialen Umstände (Alleinverdiener, Anzahl der versorgungspflichtigen Kinder) ebenso berücksichtigen wie die Dauer der Betriebszugehörigkeit und das Lebensalter. Daneben wird ein Härtefonds eingerichtet, der individuell und gezielt persönliche Einzelschicksale unterstützen soll.

Jobbörse und Arbeitsstiftung

Neben finanziellen Leistungen enthält der Sozialplan vor allem auch interne Versetzungen sowie daraus abzuleitende berufliche Qualifizierungen. Darüber hinaus stellt die rasche Wiederein¬gliederung in den Arbeitsprozess ein wichtiges Element dar, wozu eine Jobbörse gegründet wird sowie Stiftungsbeiträge zur Arbeitsstiftung gezahlt werden. Personalchef Gmeiner: „Wir richten am Standort in Rankweil eine Jobbörse ein, in der wir auf aktive Arbeitsvermittlung setzen. Hier werden die Mitarbeiter/innen betreut, hier fließen auch die Job-Angebote des Arbeitsmarktservice oder anderer Firmen zusammen. Für Mitarbeiter/innen, die darüber hinaus längerfristigere Betreuung in Form von Umschulungen oder Aus- und Weiterbildung benötigen, werden durch Hirschmann finanzielle Mittel für eine Arbeitsstiftung bereitgestellt.“

Freiwillige zusätzliche Loyalitätsprämie

Zum Sozialplan gehören auch Loyalitätsprämien, die an betroffene Mitarbeiter für ihre Produktivität ausgeschüttet werden. Damit soll sichergestellt werden, dass während der Verlagerungszeit eine qualitativ hochwertige Produktion sichergestellt ist und die Mitarbeiter motiviert bleiben.

Geschäftsführer Mayer: „Die Berücksichtigung einer Leistungskomponente war für uns immer eine Grundvoraussetzung für den Abschluss eines vernünftigen und ausgewogenen Sozialplanes, der konsequenterweise auch die Interessen der verbleibenden 650 Mitarbeiter/innen am Standort Rankweil beinhaltet. Durch die Gewährung von variablen Loyalitätsprämien, die lediglich von einer Normalleistung hinsichtlich Qualität und Mengenausstoß abhängen, können wir den von der Verlagerung betroffenen Mitarbeiter/innen einen zusätzlichen und attraktiven finanziellen Anreiz schaffen“.

Quelle: Hirschmann Automotive

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