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Hinschauen statt wegschauen

Bregenz - Wenn Jugendliche zur Flasche greifen, ist die Gesellschaft als Ganzes gefordert. Komatrinken - ein trauriges Modewort unserer Zeit.

Ein Begriff, der sich vor allem auf Jugendliche bezieht. Teenager, die Alkohol trinken bis zum Umfallen. Ein Problem, das die Experten Primar Dr. Reinhard Haller (Psychiater), Mag. Andreas Prenn (SUPRO), Landesstatthalter und Gesundheitsreferent Mag. Markus Wallner und Rankweils Bürgermeister Hans Kohler als Vertreter der Kommunen zu einer gemeinsamen Pressekonferenz ins Landhaus zusammenbrachte.

Zivilcourage

„Wir müssen gemeinsam hinschauen, statt wegschauen,“ verdeutlicht Wallner die zentrale Strategie gegen das Problem Jugend und Alkohol. Jeden treffe die Verantwortung, die Gesellschaft müsse als Ganzes miteinbezogen werden“, betont der Gesundheitslandesrat. Auch Primarius Dr. Reinhard Haller, Chef der Initiative „Spaß mit Maߓ fordert Zivilcourage im Kampf gegen Alkoholmissbrauch Jugendlicher. „Komatrinken und Wetttrinken sind derzeit leider in Mode.“ Haller sieht die Politik ebenso gefordert wie er neben der Zivilcourage auch auf die „drei M“ als Lösungsmöglichkeiten verweist. „Mündigkeit, Medizinalisierung mit Maßnahmen weit über die Intensivmedizin nach schwerem Alkoholkonsum hinaus und Mäßigkeit.“

Höhere Sensibilität

Andreas Prenn, Chef der SUPRO (Suchtprophylaxe), will vor allem die Eltern in die Suchtprävention miteinbinden. „Beziehungsarbeit ist wichtig. Wobei die Jugendlichen begleitet werden müssen und nicht belehrt“, wie Prenn nie müde wird zu betonen. „Wir müssen unsere Möglichkeiten als Bürgermeister voll nützen“, fordert Hans Kohler, Gemeindeoberhaupt von Rankweil. Kohler bezieht sich dabei vor allem auf öffentliche Feste, „wo die Bürgermeister durchaus effiziente Maßnahmen gegen Alkoholmissbrauch von Jugendlichen setzen können.“ Kohler weiß allerdings, dass es den Beitrag aller braucht. „Hinschauen, statt wegschauen muss das Motto sein.“

Dass Handel und Gastronomie gegenüber Alkoholkonsum- und -Erwerb durch Jugendliche sensibler geworden sind beweisen Zahlen, die im „Mystery Shopping“ ermittelt wurden. Im Handel erhielten 15 Prozent weniger Jugendliche Alkohol als noch vor einigen Jahren, in der Gastronomie 30 Prozent.

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