Hilfsprogramme für Simbabwe können wieder starten

Hilfsprogramme für Simbabwe können ab Montag nächster Woche wieder aufgenommen werden, wie "World Vision" Österreich in einer Aussendung am Freitag ankündigte.

Zwar sei das Anfang Juni von der Regierung in Harare erlassene Arbeitsverbot für Hilfsorganisationen nach wie vor in Kraft, dennoch habe Simbabwe seit Freitag den “Bannstrahl” gegen Nichtregierungsorganisationen (NGO) gelockert. Laut Angaben der Organisation dürfen nun wieder Schulspeisungen durchgeführt und Nahrungsmittel für Kranke ausgeteilt werden.

Laut World Vision verschlimmert die politische Ausweglosigkeit der Situation in Simbabwe die Lage der Menschen zusehend. Die Lage in dem südafrikanischen Land sei katastrophal: Geschätzte 4,1 Millionen Menschen benötigten dringend Nahrungsmittelhilfe, um zu überleben. Über drei Millionen seien vor der politischen Gewalt in die Nachbarländer geflohen. Die Inflationsrate sei auf 2,2 Millionen Prozent gestiegen. Die Grundnahrungsmittel seien alleine in der letzten Woche um 55 Prozent teurer geworden. Darüber hinaus rechnet die UNO im Herbst erneut mit einer schlechten Ernte im früheren Südrhodesien. In der Dürrezeit von Jänner bis März dürften daher fünf Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein. Simbabwes Haupternte im April war nach Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) bereits die schlechteste seit Jahren.

Präsident Robert Mugabe wurde zuletzt mehrfach beschuldigt, den Hunger gezielt zu instrumentalisieren. So wurde etwa der Vorwurf geäußert, dass Hilfsmittel der Regierung während des vergangenen Wahlkampfes nur an Günstlinge oder als Wahlwerbung verteilt wurden. “Wenn die Regierung einen Sack Maismehl hinstellt, ist es wahrscheinlich, dass die Menschen ihr Kreuz an der gewünschten Stelle machen”, hieß es bei einer Hilfsorganisation.

World Vision ist eine christliche Hilfsorganisation, die langfristige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Nothilfe und entwicklungspolitische Öffentlichkeitsarbeit leistet. Sie arbeitet mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen.

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