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"Hilfe für uns rechnet sich"

Schwarzach - Hoteliers appellieren an die öffentliche Hand, ihnen zu helfen, dem "Angstsommer" entgegen zu steuern.
Hoteliers Stimmungsbarometer

“Dieser Sommer wird ein Knackpunkt für die Branche werden. Noch sind die Einschätzungen, auch jene für den Winter 29/1, von Zuversicht dominiert, aber spätestens für Sommer 21 zeichnet sich ein veritabler Einbruch unseres Geschäftes ab. Noch ist es freilich nicht zu spät, mit gezieltem Gegensteuern könnte zumindest die Wucht dieses Einbruchs noch spürbar abgefangen werden.” Diese Überzeugung äußern der Vorsitzende der Landesgruppe Vorarlberg der ÖHV (Österr. Hoteliersvereinigung), Karlheinz Hehle vom “Schönblick” in Eichenberg, und Markus Kegele vom “Mondschein” in Stuben a. A., Vorstandsmitglied der ÖHV in Vorarlberg.

An Strategien, mit denen der befürchtete Nächtigungs- und Einnahmenschwund auf ein vertretbares Maß gedrückt werden könnte, listeten die ÖHV-Funktionäre u. a. auf: Um den deutschsprachigen Nahraum, “unseren größten Bringer” (Hehle), noch viel nachhaltiger bearbeiten zu können, sollte das Land unserer Incoming-Organisation Vorarlberg Tourismus 1 Mill. Euro an zusätzlichem Budget zur Verfügung stellen. Auch die Hoteliers selbst müssen in die Offensive gehen, nicht nur den Online-Verkauf forcieren, sondern “auch durchaus konventionell per Telefon Stammgäste zum Kommen einladen” (Kegele). Die Landesförderung, die heute bis zu 1 Prozent getätigter betrieblicher Investitionen ersetzt, sollte “im Hinblick auf den Angstsommer” (Hehle) auch auf Marketing-Maßnahmen ausgeweitet werden. 

Besonders viel könnte laut unseren ÖHV-Spitzen eine in der Branche breitflächig angelegte Energieberatung bringen.”Unsere Personalkosten sind längst optimiert, auch beim Wareneinsatz sind die Einsparpotenziale ausgelotet. Gewaltig viel ungenutztes Sparpotenzial ist jedoch bei der Energie gegeben: Über zwei Drittel der hiesigen Häuser stammen ca. aus den 7er Jahren, und bei bis zu über 15 Prozent Energiekostenanteil am Gesamtkostengefüge eines Betriebes wäre hier für unsere Mitglieder via Sanierung und Systemeffektuierung enorm viel zu holen”, sehen Hehle und Kegele hier vor allem Land, VKW, Energieinstitut etc. als Ansprechpartner.

Auf ihrer für 13. Juli in der neuen “Sonne” Mellau angesetzten Landes-Jahreshauptversammlung werden die Hoteliers darüber hinaus vor allem zwei Themenbereiche erörtern. Zum einen, wie die Auslastung über Online-Verkauf und vor allem Online-Buchbarkeit gesteigert (bzw. in Zeiten wie diesen wenigstens gehalten) werden kann. Zum anderen, wie die Auffindbarkeit des eigenen Hauses im Internet zu verbessern wäre. Nachdem Tiscover von einer Info- zu einer reinen Verkaufs-Plattform umfunktioniert wurde, will die ÖHV für ihre 12 Mitglieder österreichweit eine eigene Plattform (“First Austrian Hotels”) mit optimierter Suchmaschine entwickeln.

Dass es legitim wäre, der Branche angesichts beschriebener Szenarien unter die Arme zu greifen, argumentierte ÖHV-Landeschef Hehle anhand dreier Vergleiche. Die Gastro-Branche beschäftigt in Österreich 188.247, jene der Autozulieferer 33.18 Mitarbeiter. Und mit 1,2 Mrd. Euro investierte die Gastronomie/Hotellerie zuletzt fast das Vierfache der Autozulieferer (,35 Mrd. Euro). “Vom Konjunkturpaket des Bundes entfallen freilich nur 14,8 Mill. Euro auf unsere, dafür 13 Mill. Euro auf die Autozulieferbranche”, möchten Hehle und Kegele dieses Missverhältnis nicht einfach hinnehmen.

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