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Hilfe für Testaments-Opfer

©VOL Live/ Hofmeister
Feldkirch - Pensionierter Zivilrichter des OLG Innsbruck soll Ombudsstelle in Feldkirch führen.
Testaments-Ermittler sind fertig
Fall Ratz: Abschlussbericht
Sie kam den Fälschern auf die Spur
Kriminalfall von gigantischer Dimension

Die Einrichtung einer Anlaufstelle für Geschädigte in der Testamentsfälschungsaffäre ist fix. Dies gab gestern das Justizministerium auf VN-Anfrage bekannt. Oberlandesgerichtspräsident Dr. Walter Pilgermair wurde mit der Suche nach einem geeigneten Juristen betraut. Und er wurde fündig. „Ein kürzlich pensionierter, sehr erfahrener Zivilrichter vom OLG Innsbruck ist an dieser Aufgabe interessiert. Ich hoffe, dass er es macht und wir das bald bekannt geben können“, so Pilgermair zu den VN. Der OLG-Präsident hat eine klare Vorstellung von der Tätigkeit des Ombudsmannes. „Er sollte nicht nur juristische Allgemeinplätze weitergeben, sondern auch vermitteln dürfen. Mit entsprechenden Kompetenzen vom Justiz­ministerium. “

„Man muss Geduld haben“

Wie wichtig die Einrichtung einer Anlaufstelle für Geschädigte ist, beweisen die Kommunikationsprobleme von Geschädigten mit dem Justizministerium. So hatte sich die durch Testamentsfälschungen doppelt betrogene Rosmarie Riedmann bereits am 4. September mit einem Brief ans Justizministerium gewandt. Auf Empfehlung der Verdächtigen-Anwälte Klaus Grubhofer und Martin Mennel schrieb Frau Riedmann eine E-Mail an die Ministerin. Sie forderte darin eine schnellere Rückabwicklung für die Geschädigten (siehe Faksimile). Abschließend bat sie um eine Stellungnahme. Diese bekam sie bis heute nicht. „Ja, wir haben den Brief erhalten“, erklärte Katharina Swoboda vom Justizministerium auf VN-Anfrage. „Es ist unsere Schuld, dass wir das Schreiben noch nicht beantwortet haben. Aber wir bekommen halt so viele Mails und Briefe täglich. Da muss man halt auch ein bisschen Geduld haben.“

Kein Verständnis

Auf Verständnis trifft diese Erklärung bei der Geschädigten freilich nicht. „Es kann doch nicht sein, dass man über zwei Wochen lang nicht einmal eine kurze Bestätigung über den Erhalt des Mails bekommt. Ich verlange ja nicht eine sofortige detaillierte Beantwortung mit hundertprozentiger Erfüllung der Wünsche. Aber ich erwarte mir, dass man uns das Gefühl gibt, unsere Anliegen ernst zu nehmen“, so Rosmarie Riedmann. Dem Schreiben war die Forderung von Klaus Grubhofer (Anwalt von Jürgen H.) und Martin Mennel (Anwalt von Peter H.) nach Einrichtung einer Sonderzuständigkeit am Landesgericht Feldkirch vorausgegangen. Damit sollte die Möglichkeit geschaffen werden, für die Betrugsopfer schnellere Schadenswiedergutmachungen zu ermöglichen. Das hatte Ministerin Bandion-Ortner jedoch abgelehnt. Begründung: Die Ansprüche der Opfer seien verschieden gelagert.

 

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