Hilary Hahn erhielt Karajan-Preis

Hilary Hahn in ihrem Element
Hilary Hahn in ihrem Element ©APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA (Archiv)
Vor zwei Jahren nahm sie sich ein Sabbatical, dann kam die Pandemie. Jetzt steht Violinistin Hilary Hahn endlich wieder vor Publikum auf der Bühne und hat am gestrigen Samstag den mit 50.000 Euro dotierten Herbert-von-Karajan-Preis bei den Osterfestspiele im Herbst in Salzburg entgegen genommen. "Die Zeit während der Pandemie hat mir gezeigt, welchen Stellenwert Musik hat", meinte die US-Amerikanerin.

"Nicht nur, dass ich nicht auftreten konnte, ich konnte auch selbst keine Konzerte besuchen. Es ist ein solches Privileg, jetzt wieder gemeinsam am selben Ort Musik erleben zu können. Dafür bin ich wirklich dankbar". Mit diesen Worten nahm die Amerikanerin den Preis von Nikolaus Bachler, dem kaufmännischen Geschäftsführer der Osterfestspiele, und Arabel von Karajan im Großen Festspielhaus entgegen. Diese Dankbarkeit und Freude hatte man ihr zuvor schon in Mozarts Violinkonzert in A-Dur angehört und angesehen. Vor allem in den von ihr stammenden Kadenzen zeigte sie sich auf technisch höchstem Niveau experimentierfreudig darin, Mozarts Themen mit dem einen oder anderen Schmunzler zu versehen. Das Publikum belohnte sie dafür mit großem Applaus, den sie sichtlich genoss. Zwar hatte Hahn während des Lockdowns einige Streamingkonzerte gegeben, ein richtiger Ersatz sei dies aber nicht gewesen, wie sie außerdem in ihrer Danksagung erzählte.

Nicht weniger energetisch als die frisch gebackene Preisträgerin gab sich Dirigent Daniele Gatti. Als einziger Gastdirigent in diesem Jahr führte er die Sächsische Staatskapelle Dresden neben Mozart auch durch Werke von Mendelssohn und Schumann. Während er es anfangs bei Mendelssohns Konzertouvertüre "Meeresstille und glückliche Fahrt" noch verhältnismäßig ruhig angehen ließ, kitzelte er in Schumanns dritter Symphonie auch die kleinste Farbnuance aus seinem Orchester. So elegant und andächtig das Orchester noch am Vortag in Mozarts Requiem unter der Leitung von Christian Thielemann klang, so extrovertiert und prächtig klang es unter seinem italienischen Gastdirigenten. 

So schnell und heiter war damit auch schon die Halbzeit der in diesem Jahr programmatisch verkürzten und in den Herbst verschobenen Osterfestspiele gekommen. Für diesen farbenreichen Konzertnachmittag spendierte das Publikum langen Applaus und viele Bravo-Rufe.

(APA)

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