Heute ist der "Welttag des Kusses"

Er dauert durchschnittlich zehn Sekunden, beansprucht dreißig Gesichtsmuskeln, verbrennt zwischen zwölf und vierundsechzig Kalorien und macht glücklich... Kussfotos   

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Drei Vorarlberger erzählen von ihrem ersten Kuss

Ein Kuss ist ein Zeichen von Nähe und deswegen etwas ganz Besonderes. Der allererste Kuss bleibt für viele unvergesslich. Nicht so bei Till Euler. Der Bregenzer weiß zwar noch ganz genau, wann er zum ersten Mal geküsst hat, aber wie die Dame seines Herzens hieß, hat er inzwischen vergessen.

„Es war im Sommer 1966“, erzählt Till. „Wir beide saßen unterhalb des Gebhardsbergs. Die Kulisse war perfekt für den ersten Kuss. Nur wer das Mädchen genau war, fällt mir beim besten Willen nicht mehr ein. Vielleicht liegt es daran, dass ich damals als 16-Jähriger mehrere Freundinnen gleichzeitig hatte“, lacht der 55-Jährige.

Glaubt man der Statistik, erleben österreichische Buben ihren ersten Kuss mit vierzehn Jahren. Die Mädchen sind ein wenig früher dran und küssen mit durchschnittlich zwölf Jahren zum ersten Mal.

Edith Rinner war damals vierzehn, als es passierte. Wenn sich die Wälderin an ihren ersten Kuss erinnert, denkt sie jedoch nicht an Liebe, Lust und Leidenschaft. „Es war abends auf einer Berghütte. Ein Bub hatte sich Mut angetrunken. Er stürzte sich auf mich und zwang mich zu einem Kuss. Schön war das nicht. Meine romantischen Träume und Fantasien waren plötzlich zerstört.“

Erst später hat Edith erfahren, wie sinnlich und zärtlich ein Kuss sein kann. Inzwischen gehört für sie das „Bussi links, Bussi rechts“ bei der Begrüßung ihrer Freundinnen dazu. „Das ist ein schönes Ritual, bei dem man gegenseitige Wertschätzung ausdrücken kann“, meint Edith.

Nicht nur Freundinnen und Liebespaare, auch Tiere küssen sich. Stachelschweine zeigen sich ihre Zuneigung, indem sie die Nasen aneinander reiben. Denn das Riechorgan ist die einzige Stelle, an der die Tiere keine Stacheln haben.

Stachelig war der erste Kuss von Maximilian Häuser nicht. „Aber ich hatte Angst, dass uns jemand erwischt“, erinnert sich der 54-Jährige. Er war dreizehn, als er seine erste Freundin kennen lernte.

„Beim ersten Kuss hatte ich Schmetterlinge im Bauch und mein Puls ging rasend schnell“, erinnert sich der Harder. Die junge Liebe hielt jedoch nicht ewig. „Sie läuft mir allerdings auch heute noch manchmal in der Stadt über den Weg“, schmunzelt Maximilian. Die beiden grüßen sich dann, gebusselt wird nicht mehr.

Wer nicht küsst, spart sich den Austausch von rund 40.000 Bakterien. Sie sind nicht schädlich, sondern sogar gut für das Immunsystem. Ein intensiver Schmatzer regt den Stoffwechsel an, beschleunigt den Puls und setzt Glückshormone frei. Also, nichts wie ran an das Kuss-Objekt der Begierde.

SO KÜSST DIE WELT

Der Ursprung des Küssens liegt in der Mund-zu-Mund-Fütterung, die bei einigen Tieren und Volksstämmen üblich ist. Mütter kauen das Essen vor und befördern es direkt in den Mund des Babys.

Brasilianer küssen ihre Eltern zwei Mal auf die Wange. Junge Leute küssen sich dagegen drei Mal auf die Wange.

Viele Türken begrüßen ältere Verwandte oder höher gestellte Personen, in dem sie deren Hand zum angedeuteten Kuss an die Lippen und dann an die Stirn führen.

In Japan küsst man nicht in der Öffentlichkeit. Ein Kuss bedeutet den Ausdruck von höchster Intimität. Wer in Japan küsst, und sei es auch nur auf die Wange, will Sex.

Die Bewohner der Insel Neuguinea knabbern zur Begrüßung zärtlich an den Wimpern.

DIE VERSCHIEDENEN KUSSVARIANTEN

  • Schmetterlingskuss: Die Wange des Kusspartners wird mit dem Schlag der Wimpern ganz saft berührt.
  • Wangenkuss: Dieser Kuss wird gerne von der „Bussi-Bussi-Gesellschaft„ausgeführt. Spanier und Ungarn küssen immer zuerst die linke, dann die rechte Wange.
  • Zungenkuss: Auch „French-Kiss“ oder „Zungenschlag“ genannt. Eine der intensivsten und intimsten Arten des Küssens.
  • Bruderkuss: Staatsmänner des ehemaligen Ostblocks küssten sich bei Staatsbesuchen und Parteiversammlungen vor möglichst vielen Medienvertretern gerne auf den Mund.
  • Handkuss: Der Mann verneigt sich respektvoll vor der Dame und deutet den Kuss auf die Hand nur an. Diese Form des Kusses war über Jahrhunderte die übliche Art von Männern Frauen zu begrüßen.
  • Bodenkuss: Der Papst küsst auf seinen Reisen die Erde, um das fremde Land zu ehren und den Segen Gottes zu übertragen. Sportler küssen nach einem Sieg den Boden vor Freude, Glück und Dankbarkeit.
  • Judaskuss: Der Apostel Judas verriet Jesus von Nazareth an die jüdische Behörde durch einen Kuss. Die Intimität war als Erkennungszeichen verabredet worden. Judas ließ sich den Verrat damals bezahlen. Aus diesem Grund wird heute eine heuchlerisch-freundliche Geste als Judaskuss bezeichnet.
  • Rekordkuss: Der längste Kuss der Welt fand am 5. Dezember 2001 in New York City statt. Louisa Almedovar und Rich Langley küssten sich 30 Stunden, 59 Minuten und 27 Sekunden.
  • Seelenkuss: Platon glaubte, dass sich während eines Kusses von Mund zu Mund die Seelen der Küssenden berühren und miteinander verschmelzen.

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