Heuer mehr Soja und Ölkürbis aber weniger Raps geerntet

Ein Traktor beim Heuwenden im Juli
Ein Traktor beim Heuwenden im Juli ©APA/THEMENBILD
Für die heimischen Ackerbauern ist die heurige Ernte gemischt ausgefallen. "Klare Gewinner des Jahres 2021 sind Soja und Ölkürbis. Weiterhin auf dem Rückzug befindet sich leider der Bienenliebling Raps", so Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger. Ein deutliches Ernteplus im Vergleich zum Vorjahr gab es bei Zuckerrüben, ein kräftiges Minus bei Getreide.

Die Ernte von Rüben, Kartoffeln und Mais finde heuer wegen der verzögerten Saison sehr spät statt, sagte der Landwirtschaftskammer-Chef. "Dafür ist die trockene Witterung vorteilhaft, ebenso wie für den Anbau der Winterkulturen."

Frost, Überschwemmungen, Hagel, Dürre und Stürme trafen im Frühjahr und Sommer in manchen Regionen Österreichs viele Ackerbauern. Auf mehr als 500.000 Hektar wurde heuer bisher laut Hagelversicherung ein Gesamtschaden von 220 Mio. Euro verzeichnet, wobei ein hoher Anteil auf Grünland entfiel.

Mit 2,8 Mio. Tonnen Getreide (ohne Mais) ernteten die Bauern um 14,2 Prozent weniger als 2020. Die Anbaufläche der eiweiß- und ölreichen Sojabohne stieg heuer um 10 Prozent auf knapp 76.600 Hektar. Heimisches Soja wird vor allem als Futtermittel für Schweine und Hühner sowie als Sojalebensmittel verwendet. Die Landwirtschaftskammer rechnet auch im kommenden Jahr mit steigenden Sojaanbauflächen. Angesichts der positiven Preisentwicklung bei Ölkürbissen wurden mit 40.000 Hektar so viele wie noch nie in Österreich angebaut.

Die heimische Winterrapsproduktion sank im Vergleich zum Vorjahr aufgrund geringerer Anbauflächen und einer Schädlingsbefall um knapp 30 Prozent auf 70.000 Tonnen. "Schadinsekten wie Erdflöhe, Rüsselkäfer und Rapsglanzkäfer machen dem sensiblen Raps vom Anbau bis zur Blüte und Ernte zu schaffen und erfordern einen guten Schutz der Pflanzen, der jedoch immer schwieriger zu bewerkstelligen ist", so Moosbrugger.

Der Zuckerrüben-Anbau wurde heuer auf 38.000 Hektar ausgeweitet, um die zwei Agrana-Zuckerfabriken in Österreich auszulasten und ein Schließen der Fabrik in Leopoldsdorf (NÖ) zu verhindern. Landwirtschaftsministerium, Landwirtschaftskammer, Agrana und die Rübenbauern schnürten dafür einen gemeinsamen Pakt. "Die Witterung war für die Zuckerrübe dieses Jahr sehr gut, der nasse Herbst im Vorjahr und die kühle Frühjahrswitterung hielten die Schädlinge in Zaum und in den letzten sonnigen Herbsttagen konnte auch noch ein guter Zuckergehalt erzielt werden, so der Landwirtschaftskammer-Präsident.

Der Kartoffel-Anbau sank wegen des coronabedingt geringeren Verbrauchs etwa wegen der Gastro-Lockdowns etwas. Die Witterung war für die Erdäpfel-Entwicklung in diesem Jahr regional sehr unterschiedlich. Sehr gute Erträge gab es zum Beispiel im Waldviertel, aber der Drahtwurmbefall machte den Bauern weiter zu schaffen.

(APA)

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