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Heizen mit Tannenzapfen und Backrohr

Im Wohnzimmer spielen mit Mütze und Wintermantel: Für manche Kinder ist das Realität.
Im Wohnzimmer spielen mit Mütze und Wintermantel: Für manche Kinder ist das Realität. ©Caritas/Pawloff
Bregenz - Nicht alle Vorarlberger können ihre Wohnung im Winter noch warm halten.

Heiß her ging es am Mittwoch im Landtagsausschuss. Debattiert wurde darüber, ob Mindestsicherungsbezieher Anspruch auf den Heizkostenzuschuss des Landes haben – was die ÖVP ablehnt. „In Vorarlberg muss niemand frieren“, sagte dazu Landesrätin Greti Schmid und verwies darauf, dass auch Mindestsicherungsbeziehern höhere Heizkosten nachträglich abgegolten werden. Dass sich alle in Vorarlberg leisten können, im Winter einzuheizen, stimmt so nicht ganz. Laut Statistik Austria können in Österreich 313.000 Menschen ihre Wohnung nicht angemessen warm halten. Was auf Vorarlberg umgelegt heißt: Rund 11.000 Menschen haben Probleme damit. Und das, obwohl das Land Betroffenen mit dem Heizkostenzuschuss hilft, den auch immer mehr Vorarlberger in Anspruch nehmen. 12.444 Mal wurde er im Vorjahr ausbezahlt. Bezieher der Mindestsicherung, Nachfolger der Sozialhilfe, bekommen diesen Zuschuss allerdings nicht, was nicht nur die Opposition kritisiert. Die ÖVP begründet es damit, dass Heizkosten bereits in den Lebensunterhalt von 582 Euro monatlich pro Bezieher eingerechnet sind. 

„Richtsatz reicht nicht“

„Dieser Richtsatz reicht längst nicht“, sagt Michael Diettrich, Sprecher der Vorarlberger Armutskonferenz. „Mindestsicherungsbezieher haben von der Wohnqualität her schon höhere Heizkosten.“ Und diese steigen rasant: Heizöl etwa hat sich allein im letzten Jahr um ein Viertel verteuert. „Es ist nicht so, dass dann alle frieren müssen. Manche sind gezwungen, weniger zu essen, damit sie auskommen“, verdeutlicht Diettrich. Er fordert die Landesregierung auf, den Heizkostenzuschuss auch an Empfänger der Mindestsicherung auszuzahlen. Langfristig sollten jedoch die Heizkosten in voller Höhe übernommen werden. Ähnlich sieht es Caritas-Fachbereichsleiter Michael Natter: „Bei uns melden sich täglich Menschen, die sich das Heizen nicht mehr leisten können. Unsere Klientel wohnt eher in Substandardwohnungen mit höheren Energiekosten.“ Darauf werde keine Rücksicht genommen. Richtig sei zwar, dass Mindestsicherungsbezieher im Nachhinein einen Zuschuss beantragen können. „Aber sie werden damit zu Bittstellern degradiert.“ In der Beratungsstelle „Existenz Wohnen“ gab es 2011 etwa 2000 Fälle und 5000 betroffene Personen. „Wir hatten einen gehörigen Zulauf. Die Menschen haben keinen Puffer mehr“, weiß Natter.

Mehr Fälle bei „Ma hilft“

„Es gibt viele Menschen, die mit dem Heizen Probleme haben“, berichtet Elly Böhler, Patronin der VN-Sozialaktion „Ma hilft“. „In den vergangenen drei Jahren wurde es immer schlimmer. Ich kenne viele, die im Herbst Tannenzapfen und Holz im Wald gesammelt haben, um damit im Winter heizen zu können“, berichtet sie. Und auch von Vorarlbergern, die aus der Not mittels Backrohr heizen. „Und dann kommt erst die Stromrechnung.“

(VN/ Burtscher)

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