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Heimische Galerien sperren wieder auf

Galerienverbands-Vorsitzender Martin Janda
Galerienverbands-Vorsitzender Martin Janda ©APA
"Re-Opening" heißt die Devise in dieser Woche auch im österreichischen Kunsthandel und in den Galerien. Gemeinsam mit dem Einzelhandel darf man wieder aufsperren. Die 20-Quadratmeter-Regel und die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske gilt freilich auch hier. Und Vernissagen im herkömmlichen Sinn sind weiter nicht erlaubt.

"Die 20 Quadratmeter sind für die meisten kein riesiges Problem. Alle Galerien sind vor allem froh, dass sie wieder aufsperren können", sagt Martin Janda, Vorsitzender des Verbands österreichischer Galerien moderner Kunst im Gespräch mit der APA. "Sicher wären Vernissagen wichtig, aber wichtig ist vor allem die Vermittlungsarbeit im Alltag." Dabei erfülle man vor allem eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, denn ob mit dem Wieder-Aufsperren auch gleich das Geschäft wieder anspringe, sei für viele fraglich. Immerhin habe der Umsatzersatz bei einigen Kolleginnen und Kollegen gegriffen, bei anderen hätten Rücklagen durch die abgesagten Messe-Beteiligungen das Ärgste verhindert.

Hier hofft Janda, dass der Bund, der kürzlich 150.000 Euro für eine Digitalisierungsoffensive der österreichischen Galerien für zeitgenössische Kunst locker gemacht hat, im Laufe des Jahres auch seine Förderung für Messe-Teilnahmen erhöhen könnte. Das sei zur Wieder-Ankurbelung auch des internationalen Geschäfts von großer Bedeutung, unterstreicht der Galerist, der bei Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) aber großes Verständnis für die Probleme seiner Branche ortet. Man blicke hoffnungsvoll Richtung spätes Frühjahr und Frühsommer. "Es hat keinen Sinn, sich nur zu fürchten. Was wir aber alle gelernt haben, ist, dass man sehr flexibel sein muss."

Und so geht es heute einmal wieder los. Etwa mit der Ausstellung von Peter Krawagna in der Wiener Galerie Ernst Hilger, der in seiner Dependance Hilger NEXT am Samstag Rainer Wölzls "Panoptikum" folgen lässt. Die Galerie Lisa Kandlhofer sperrt heute ihre erste Solo-Show des in Russland geborenen und in Düsseldorf und Wien lebenden jungen Künstlers Alexander Basil auf, in der Grazer Galerie Zimmermann Kratochwill präsentiert Alfredo Barsuglia ab Nachmittag in der Ausstellung "The Outer Space" eine neue skulpturale Werkserie, bei der die verwendeten Stoffe "so bearbeitet werden, dass ihre Materialität nicht erkennbar ist. Im Fokus stehen Wahrnehmungsprozesse von Räumen und Sinnen, von Zeit und Materialität, von analogen und digitalen Realitäten", wie es in der Ankündigung heißt.

Und einen Rückblick auf den ersten Lockdown unternimmt der Fotograf Lukas Beck, der ab Donnerstag in der Lukas Feichtner Galerie in der Wiener Innenstadt seine kürzlich in dem Bildband "Wien pur" erschienenen Wien-Fotos zeigt. Während der Kulturbetrieb und damit seine Auftragslage zum Erliegen kam, nahm er "die Herausforderung an, die Situation für einen Paradigmenwechsel in seiner Arbeit zu nutzen. Seine ruhigen, inszenierten Porträts im gesetzten Licht wichen für 'Wien pur' zufälligen Momenten in der im vollen Sonnenlicht stehenden Stadt." Zur Eröffnung gibt's keine Vernissage, aber gleich neun Signierstunden: Zum Re-Opening signiere Beck zwischen 10 bis 19 Uhr sein neues Buch, verspricht die Galerie. Hoffentlich ohne Schreibkrampf, möchte man ihm wünschen.

(APA)

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