Heftiger Protest in Rom wegen Battisti-Asyl in Brasilien

©AP
In Italien toben weiterhin heftige Proteste gegen Brasiliens Beschluss, Cesare Battisti politisches Asyl zu gewähren. Der italienische Verteidigungsminister Ignazio La Russa drohte, sich vor der brasilianischen Botschaft anzuketten.

“Der Beschluss Brasiliens gefährdet ernsthaft die Freundschaft zwischen den beiden Ländern”, kommentierte der Minister.

Auch Innenminister Roberto Maroni zeigte sich empört: “Brasilien behauptet, dass Battistis Leben in Italien gefährdet ist. Es ist verrückt zu behaupten, dass er in Italien gefoltert werden könnte.” Die italienische Regierung will Einspruch beim Kassationsgericht in Brasilien gegen den Beschluss einreichen, Battisti als politischen Gefangenen zu betrachten. Battisti wird von Italien wegen vierfachen Mordes gesucht.

Als Anführer der Gruppe “Bewaffnete Proletarier für den Kommunismus” soll Battisti Ende der 70er Jahre vier Morde in Italien begangen haben, was er aber vehement bestreitet. 1993 war er in Italien in Abwesenheit zu zweimal lebenslänglich verurteilt worden. Battisti lebte zwischen 1990 und 2004 in Paris und hatte sich in Frankreich einen Namen als Krimi-Autor gemacht. Nach seiner Absage an die Gewalt hatte ihm der damalige sozialistische Staatspräsident Francois Mitterrand einen sicheren Aufenthalt in Frankreich zugesagt.

Im Jahr 2004 wurde er unter Hausarrest gestellt, nachdem ein Pariser Gericht seine Auslieferung nach Italien beschlossen hatte. Kurz darauf war ihm erneut die Flucht gelungen. Fast drei Jahre fehlte jede Spur von dem Italiener. 2007 wurde Battisti in Brasilien festgenommen. Die Polizei hatte ihn in einem Hotel in Rio de Janeiro aufgespürt.

Battisti bestreitet die ihm zur Last gelegten Taten. Weil das italienische Recht ihm die Möglichkeit verweigert, sich in einem neuen Prozess zu verteidigen, wird der erfolgreiche Autor politischer Thriller von zahlreichen französischen Schriftstellern und Politikern aus dem linken Lager unterstützt. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy bestritt, dass er Druck auf Brasilien ausgeübt habe, damit Battisti politisches Asyl gewährt werde.

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