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Kraft im Innsbruck-Springen Achter - Pole Stoch siegte

Kamil Stoch jubelt in Innsbruck
Kamil Stoch jubelt in Innsbruck ©APA
Auch der erste Heimbewerb der Vierschanzen-Tournee in Innsbruck hat Österreichs Skispringern kein Top-Resultat beschert. Stefan Kraft und Michael Hayböck landeten bei der Windlotterie am Sonntag am Bergisel nur auf den Rängen acht und neun. Den überlegenen Sieg, die Führung in der Tourneewertung und das Momentum sicherte sich der Pole Kamil Stoch. Der zweimalige Gesamtsieger triumphierte vor dem Slowenen Anze Lanisek und seinem Landsmann Dawid Kubacki.

Wieder wurde die Tourneewertung in einem turbulenten Bewerb in Tirol auf den Kopf gestellt. Der bisher führende Halvor Egner Granerud (15.) aus Norwegen und Mitfavorit Karl Geiger (16.) aus Deutschland stürzten im ersten Durchgang ab und schafften von der 30. und 29. Position nur einen kleinen Sprung nach vorne.

Damit geht Stoch mit mehr als 15 Punkten Vorsprung vor seinem Landsmann und Titelverteidiger Kubacki in das Finale in Bischofshofen am 6. Jänner. Den dritten Rang nimmt bereits 20,6 Punkte zurück Granerud ein, die polnische Führung ist durch 11 Meter abgesichert.

Österreichs Team zeigte auf der Heimschanze keine Glanztaten. Zum siebenten Mal in Folge reichte es bei einem Tournee-Hauptbewerb nicht zu einem Stockerlplatz. Hinter dem langjährigen fliegenden Hotelzimmer Hayböck/Kraft, das nach persönlich schwierigen Vorzeichen nicht unzufrieden bilanzierte, setzte es Enttäuschungen.

Vor allem für Daniel Huber (17.), der am Vortag immerhin Quali-Zweiter geworden war. Und für Philipp Aschenwald, der zuhause eigentlich noch um den Kampf ums Tournee-Podest eingreifen wollte, nur 22. wurde und dennoch als Neunter noch bester Österreicher in der Tourneewertung ist. "Die Gesamtwertung war nicht im Kopf. Ich ärgere mich, dass mein guter erster Sprung nicht belohnt worden ist." Die Attacke nach vor habe nicht geklappt. "Es hilft nichts, der nächste Angriff folgt in Bischofshofen."

Ein weiterer Verlierer des Tages: Gregor Schlierenzauer. Der Rekord-Weltcupsieger wollte bei seinem ersten Einsatz bei der diesjährigen Tournee vor heimischer Nicht-Kulisse aufzeigen, verlor im ersten Durchgang aber sein K.o.-Duell mit dem russischen Nobody Michail Nasarow und verließ wortlos die untere Schanzenanlage.

"Es ist schade, weil sie sich schlechter verkaufen als sie eigentlich sind. Ich kann es nur immer wieder sagen", meinte ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl. Die Form seiner Springer sei nämlich keine schlechte. "Man kann sie einstellen, aber am Balken oben sitzen sie und müssen das dann auch machen." Insbesondere Kraft habe bei den tückischen Bedingungen einen guten Job gemacht. "Es war schwierig. Beim Granerud und Geiger war es ähnlich, sein Sprung im ersten war schon einiges wert."

Das sah Kraft auch selbst so. "Ich bin sehr zufrieden, die Sprünge waren sehr ok. Es war knapp, bis auf Kamil, der uns alle abgezockt hat. Zum Zweiten und Dritten war es sehr eng", sagte der im bisherigen Winter von einer Corona-Infektion und Rückenproblemen gebremste Weltcuptitelverteidiger, der auch schon in Oberstdorf als Sechster bester ÖSV-Mann gewesen war. Wie viele andere haderte der Salzburger in Innsbruck mit den wechselnden Windverhältnissen. "Vielleicht hat das nötige Glück gefehlt, trotzdem bin ich zufrieden."

Hayböck verlor als Halbzeit-Vierter noch fünf Plätze. "Ich bin sicher nicht unzufrieden", sagte der Oberösterreicher, der nach zwei Nullnummern in Deutschland mit reaktivierten alten Skiern wieder anschrieb. "Um Richtung Stockerl zu kommen, war es zwei, drei Meter zu wenig. Aber ich habe Gott sei Dank wieder ein Ergebnis."

Triumphator Stoch jubelte über einen souveränen Erfolg, mit dem er seinem dritten Tourneesieg nahe kam. "Ich fühle mich fantastisch, das war ein sehr guter Tag für mich und das Team", so Stoch, der sich von den kniffligen Bedingungen nicht aus der Ruhe hatte bringen lassen. "Es war sehr schön, hier so gute Sprünge zu zeigen, das ist eine meiner Lieblingsschanzen."

Ganz anders war die Stimmungslage bei den Teams Norwegen und Deutschland. "In Innsbruck gibt es nie faire Verhältnisse. Ich hatte hier noch nie einen guten Bewerb, es ist jedes Jahr dasselbe", fluchte Granerud. Für die starken Deutschen um Geiger und Markus Eisenbichler (6.) wurde der Innsbrucker Hügel wieder einmal zum Schicksalsberg, auf dem es mit Ausnahme der erfolgreichen WM 2019 nicht so recht klappen will. "Das Ding ist so gut wie durch, es ist einfach frustrierend", schimpfte Geiger, sein Kollege Eisenbichler war völlig bedient: "Der Bergisel ist ab und zu einfach 'ne blöde Sau."

(APA)

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