Hauseigentümer: "Zahlen nicht bei CO2-Heizkosten mit"

Hausbesitzer: Zahlen bei Heizkosten nicht mit
Hausbesitzer: Zahlen bei Heizkosten nicht mit ©APA
Die Hausbesitzer wollen sich nicht an den geplanten CO2-Kosten für das Heizen in den Wohnungen beteiligen. Es sei der Nutzer, der die Heizung in Betrieb nimmt und das Heizverhalten bestimmt - die Höhe der Kosten sei demgemäß vom konkreten Verbrauch abhängig, erklärte der Präsident des Österreichischen Haus- und Grundbesitzerbundes (ÖHGB), Martin Prunbauer, am Donnerstag. Forderungen nach einer Kostenbeteiligung hatten Arbeiterkammer (AK) und SPÖ erhoben.

"Jede andere Lösung" als den Nutzer der Heizung zahlen zu lassen "wäre absurd", meinte Prunbauer in einer Aussendung: "Denn sonst müsste sich ein Vermieter ans Fenster seines Mieters stellen, um zu verhindern, dass das Fenster trotz Heizen auf höchster Stufe die ganze Nacht über geöffnet bleibt", lautet seine Argumentation.

Die AK hatte für Mieter Nachbesserungen und eine Kostenbeteiligung der Vermieter gefordert. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner verlangte, dass die zusätzliche Belastung durch die CO2-Bepreisung die Vermieter tragen sollten, die ja für die Art des Heizens verantwortlich seien. Beim Energieregulator E-Control erklärte man, zu einem möglichen Wechsel des Heizsystems müsse man sich anschauen wie die Kostenaufteilung zwischen Eigentümer und Mieter aussehe.

Das Argument, nur Mieter könnten ihre Heizquelle nicht aussuchen, wies der ÖHGB-Präsident zurück: "Wer sich in einem Mehrparteienhaus eine Eigentumswohnung anschafft, der kann die Heizquelle genauso wenig bestimmen."

Eine Herausforderung werde der von der Regierung vorgegebene Zeitplan für den Totalausstieg aus fossilen Energieträgern darstellen - oft gebe es für eine Umstellung gar keine praktikable Alternative, und die Fristen seien definitiv zu knapp bemessen. Eine Pelletsheizung in einem Mehrparteienhaus in der Stadt werde wohl nicht selten an fehlenden Lagermöglichkeiten scheitern. Und ein Anschluss an die Fernwärme sei auch nicht überall möglich.

Von den rund vier Millionen Hauptwohnsitz-Haushalten in Österreich heizen laut Statistik Austria rund 1,2 Mio. mit Fernwärme, 910.000 mit Erdgas, weitere 667.000 mit Holz, Hackschnitzeln, Pellets oder Holzbriketts, 509.000 mit Heizöl, 421.000 mit Solar und Wärmepumpe und 251.000 mit elektrischem Strom.

Die Bundeshauptstadt Wien mit ihrem hohen Anteil an Mietwohnungen weist - bei 912.000 Haushalten - mit 442.000 eine recht hohe Zahl an Gasheizungen auf, 390.000 der Wohnungen werden mit Fernwärme beheizt. In den Bundesländern außer Wien und Niederösterreich sind dafür umgekehrt die Anteile von Ölheizungen recht hoch.

(APA)

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