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Haselstauden, was ist das?

Virtueller Rundgang Haselstauden

Dornbirn. Als vor über hundert Jahren der Dornbirner Ehrenbürger Ferdinand Gierer in seinem Dornbirnerlied diese Frage stellte, war Haselstauden ein Kirchdorf von etwa tausend Seelen, in der Gemeinde Dornbirn und im Vorarlberger Unterland nicht unbekannt.

Fast gleichzeitig mit der Wälderstrasse wurde eine Haltestalle der k.und k. privelegierten Vorarlberger Bahn eröffnet, ein französischer Graf mit dem Namen Breda hatte im Dorfzentrum eine Villa mit Park. Und auf der anderen Seite der Wallfahrtskirche zu “Unserer lieben Frau Maria Heimsuchung” stand seit 1881 ein beachtliches Kloster der Redemptoristen oder Ligourianer. Inzwischen ist Haselstauden – 4. Stadtbezirk Dornbirns – nicht nur fast auf das Vierfache gewachsen, es hat sich auch der wirtschaftliche Erwerb der Bewohner grundlegend geändert. Aber die Dornbirner waren seit jeher ein Herz und eine Seele und sie haben es seinerzeit verhindert, daß die bayrische Regierung unter Napoleon sie in vier Gemeinden aufteilte. Da darf man schon einmal die Frage stellen, was Haselstauden ist oder besser was es war in den vielen Jahrhunderten vor uns.

Bis etwa ins 15. Jahrhundert wurde die Gegend von Dornbirn aus “ennend dem Moos” genannt und umfaßte alles, was nördlich des Fischbaches war, Kehlen, die alte Niederndorfer Nebensiedlung ausgenommen. Aber auch der Name Haselstauden ist neueren Datums. Früher steht der urkundlich von Papst Innozenz IV am 17 September 1249 erwähnte Name Stiglingen, der mit dem Gut Knüwen oder Knie in enger Beziehung stand. Irgendwie hängt der Name Stiglingen mit einer Stiege zusammen, einem Steg oder einem Durchstieg und noch der Maler Kaspar Rick, der uns aus 1840 eine Dorfansicht in Ol hintelassen hat, malte in den Vordergrund eine Steg mit Geländer, den es damals gewiß am Knieberg nicht gegeben hat. Stiglingen war über Jahrhunderte der gebräuchlichste Name. Und nun taucht der Name Haselstauden auf und verdrängt das alte Stiglingen so gründlich, daß man nur den Kopf schütteln kann. War die Namensänderung politisch motiviert? Wohl kaum. Eher sprechen neue Siedlungsentwicklungen eine Rolle bei der Namensgebung. Durch die Zuziehung neuer Bewohner entstand eine Außensiedlung die den Namen Haselstauden trug und schlußendlich den Namen Stiglingen völlig verdrängte.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Prof. Gerhard Winkler und dem Stadtarchiv Dornbirn

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