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Harte Kritik an Klagewelle der Musikindustrie

Schwarzach - Illegale Musikdownloads aus dem Internet erfreuen sich vor allem bei Jugendlichen seit Jahren großer Beliebtheit. Den Konsequenzen ist sich jedoch kaum jemand bewusst.

Denn für die Musikwirtschaft ist das Austauschen von Musik über das Internet kein Kavaliersdelikt. Der Verband der österreichischen Musikwirtschaft beklagt Verluste in Millionenhöhe und sieht in den Tauschbörsen die Hauptschuldigen für die sinkenden Einnahmen. Seit Jahren werden deshalb nicht nur die Online-Plattformen geklagt, sondern ebenfalls die Benutzer der Tauschbörsen mit saftigen Geldstrafen abgemahnt.

Die umstrittene Rechtslage ist mittlerweile im Justizministerium zur Kenntnis genommen worden. „Wir führen derzeit Gespräche mit den unterschiedlichen Akteuren in dieser Frage“, erklärt Christine Stockhammer, Sprecherin von Justizministerin Maria Berger.

Kein Einzelfall

Negative Erfahrungen mit dem rigorosen Vorgehen gegen „Musikpiraten“ machte unter Hunderten Vorarlberger Jugendlichen eine 19-Jährige aus Nenzing. Wie die „VN“ ausführlich berichteten, musste sie mehrere Tausend Euro bezahlen, weil sie illegal aus dem Internet bezogene Musikstücke anderen Benutzern zum Upload angeboten hatte. „Da es alle machen, habe ich mir keine weiteren Gedanken gemacht“, erzählte der Lehrling gegenüber den „VN“.

Ulrike Docekal vom Verein für Konsumenteninformation empfiehlt, den außergerichtlichen Vergleich anzustreben, um die Kosten in Grenzen zu halten. „Da die geltend gemachte Schadensersatzsumme nicht klar geregelt ist, wäre eine gerichtliche Lösung ein enormes finanzielles Risiko“, betont Docekal.

„Ich kann die Vorgehensweise nachvollziehen. Die geforderten Summen stehen jedoch nicht im Verhältnis zum

Schaden der Musikwirtschaft“, kritisiert Urheberrechtsexperte Thomas Höhne. Die hohen Schadensersatzforderungen führt er auf die Anwaltskosten zurück, denn „vor dem zivilrechtlichen Verfahren, stellt der Anwalt Strafanzeige gegen Unbekannt“, erklärt Höhne.

Dass die Musikwirtschaft nicht ausschließlich mit fairen Mitteln zu Felde zieht, beweist die strittige Frage nach dem Recht auf Privatkopie. „Es ist grundsätzlich jedem erlaubt, für private Zwecke eine Kopie des erworbenen Tonträgers anzufertigen“, erklärt Höhne. Da neue CDs jedoch mit einem Kopierschutz versehen sind, sei es nur mittels einer Software möglich, diesen zu umgehen, was wiederum illegal sei.

Piraten für Freiheit

Dass die Vorgehensweise der Musikwirtschaft nicht auf ungeteilte Zustimmung stößt, beweist die neu gegründete „Piratenpartei Österreichs“. „Im Informationszeitalter existiert ein Bedürfnis nach kultureller Freiheit“, erklärt deren Bundessprecher Ben Dagan im „VN“-Gespräch und betont: „Die starren Strukturen kommen mit den schnellen Veränderungen nicht zurecht.“ Die Kritik der Musikwirtschaft, den Künstlern würde ihr Lebensunterhalt streitig gemacht, weist Dagan zurück. „Das Internet hilft den Künstlern, ihre Werke zu verbreiten. Durch Konzerte und Merchandising könnte dem entgegengewirkt werden.“

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