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Handy am Steuer: Tausende Lenker im Ländle erwischt

VCÖ warnt.
VCÖ warnt. ©VOL.AT/Stiplovsek
Tödliche Ablenkung: Rund 5.000 Lenker wurden in Vorarlberg im Vorjahr laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) beim unerlaubten Handy-Telefonieren am Steuer erwischt.

Im Vorjahr wurden in Vorarlberg 4.914 Lenkerinnen und Lenker beim Handy-Telefonieren am Steuer ertappt. Doch es wird in Österreich nur einer von 2.500 Handy-Sündern von der Exekutive erwischt, macht der VCÖ aufmerksam. Autofahrer, die mit dem Handy am Ohr telefonieren, reagieren ähnlich langsam wie Alko-Lenker mit 0,8 Promille. Der VCÖ fordert neben verstärkten Kontrollen auch die Aufnahme von Handy am Steuer ins Vormerksystem.

“Kein Kavaliersdelikt”

“Handy-Telefonieren am Steuer ist kein Kavaliersdelikt. Wer mit dem Handy am Ohr beim Autolenken telefoniert reagiert ähnlich schlecht wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille”, macht VCÖ-Experte Markus Gansterer aufmerksam. Doch in Österreich fehlt zu vielen das Bewusstsein über das massiv erhöhte Unfallrisiko durch Handy-Telefonieren am Steuer.

In Vorarlberg wurden im Vorjahr 4.914 Personen beim Handy-Telefonieren am Steuer erwischt. Der VCÖ weist darauf hin, dass in den vergangenen fünf Jahren in Vorarlberg 23.711 Handy-Vergehen von der Exekutive geahndet wurden. “Das klingt nach viel, ist aber nur ein winziger Bruchteil der Vergehen”, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. In Österreich werden pro Tag beim Autofahren rund 900.000 Telefonate ohne Freisprechanlage geführt (Quelle KfV). Der VCÖ weist darauf hin, dass in Österreich nur einer von 2.500 Handy-Sünder bestraft wird. Für Vorarlberg ist von einem ähnlichen Verhältnis auszugehen.

VCÖ will Bewusstsein schärfen

Der Rückgang bei den Handy-Strafen in Vorarlberg von 5.381 im Jahr 2013 auf 4.914 im Vorjahr ist daher nicht auf den Rückgang von Vergehen zurückzuführen, sondern eher auf die Anzahl der Kontrollen. Der Exekutive wird die Überwachung von Handy am Steuer sehr erschwert: Der Lenker muss angehalten werden, eine automatisierte Überwachung ist damit nicht möglich. Der VCÖ fordert eine rasche Gesetzesänderung. “Neben besseren Kontrollmöglichkeiten ist es vor allem auch wesentlich, das Bewusstsein für ‘Don’t phone and drive’ zu schärfen”, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Diese Bewusstseinsarbeit sollte laut VCÖ nicht nur in Form von Kampagnen erfolgen, sondern auch durch gesetzliche Maßnahmen. So sollte auch in Österreich Handy-Telefonieren am Steuer in das Vormerksystem aufgenommen werden, so wie das bereits in zwölf EU-Staaten der Fall ist. “Ablenkung und Unachtsamkeit ist ein großes Verkehrssicherheitsproblem. Mit der wachsenden Zahl von Smartphones nimmt dieses Problem noch weiter zu. Zum Telefonieren und SMSen kommt nun auch die Ablenkung durch E-Mails und Internetsurfen”, so VCÖ-Experte Gansterer. In Österreich sind bald neun von zehn Mobiltelefone Smartphones.

Im Bundesländer-Vergleich wurden in Wien die meisten Lenker beim Handy-Telefonieren am Steuer erwischt, nämlich 26.753. Dahinter folgen die Steiermark (25.875) und Niederösterreich (23.956) und mit großem Abstand Oberösterreich (15.518). Die Unterschiede bei diesen vier Bundesländern sind in erster Linie auf die Anzahl der Kontrollen zurückzuführen und nicht auf Unterschiede im Bewusstsein der Bevölkerung.

Ein Beispiel des VCÖ verdeutlicht die Folgen der Nutzung des Mobiltelefons während des Autolenkens: Ein aufmerksamer Autofahrer hat bei Tempo 50 auf trockener Fahrbahn einen Anhalteweg von 24 Metern. Wer mit dem Handy telefoniert, hat einen um ein Drittel längeren Anhalteweg (32 Meter). Nach 24 Meter hat das Auto noch eine Geschwindigkeit von 36 km/h. Wer ein E-Mail oder SMS schreibt oder im Internet surft, hat einen mehr als doppelt so langen Anhalteweg (52 Meter). „Wer unachtsam oder im Blindflug ein Fahrzeug lenkt, spielt mit dem eigenen Leben und dem Leben anderer Russisches Roulette. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit, ist es besonders wichtig, mit voller Aufmerksamkeit zu fahren“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

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