Handwerk und Gewerbe hart von vierter Coronawelle getroffen

Die Friseure hat der vierte Lockdown besonders hart getroffen
Die Friseure hat der vierte Lockdown besonders hart getroffen ©APA/ROLAND SCHLAGER
Der vierte Coronalockdown hat den Aufschwung in Gewerbe und Handwerk ausgebremst, dazu kommen steigende Kosten bei Material und Energie sowie der Fachkräftemangel - so das Fazit der Branchenvertreter in der Wirtschaftskammer. Auf das Vor-Corona-Niveau würden drei Mrd. Euro fehlen. Die Betriebe "starten mit extrem hoher Verunsicherung und mehrheitlich negativen Erwartungen in das neue Jahr", erklärte Spartenobfrau Renate Scheichelbauer-Schuster am Freitag vor Journalisten.

Laut der aktuellen Konjunkturumfrage der KMU Forschung Austria wird für das Gesamtjahr 2021 ein Umsatz in Gewerbe und Handwerk von 105 bis 106 Mrd. Euro erwartet. Das seien um 5 bis 6 Mrd. Euro mehr als nach dem scharfen Coronapandemie-Einbruch im Jahr 2020 (auf 100,4 Mrd. Euro). Der Wert bleibe aber weit von jenen 108,3 Mrd. Euro entfernt, die die Sparte im Vorkrisenjahr 2019 erzielt habe.

Eine Blitzumfrage, die Ende Dezember und Anfang Jänner durchgeführt wurde, zeige: 98 Prozent der befragten Betriebe aus den konsumnahen Branchen Friseure, Fußpflege/Kosmetik/Masseure, Berufsfotografen sowie Mode und Bekleidungstechnik waren vom Lockdown und den einhergehenden Beschränkungen betroffen, rechnete Christina Enichlmair von der KMU Forschung Austria vor. Bei 56 Prozent gingen die Kunden, Aufträge oder Nachfrage zurück. 35 Prozent der Betriebe - sogar 47 Prozent bei Friseuren - meldeten Liquiditätsprobleme.

"Verglichen damit sehen sich mit 54 Prozent deutlich weniger Betriebe in den investitionsgüternahen Branchen Bau, Baunebengewerbe, Tischler und Metallgewerbe von den Lockdown-Folgen betroffen", so die Expertin.

Zu den Hilfen durch die Bundesregierung meinte Reinhard Kainz, Geschäftsführer der Bundessparte, dass diese im internationalen Vergleich sehr gut waren, dafür sei man auch sehr dankbar. Allerdings sollte beim Ausfallsbonus noch nachjustiert werden. Und die öffentlichen Auftraggeber sollte die hohen Material- und Energiekosten für ihre Auftragnehmer berücksichtigen.

Was die 2G-Regeln beim Einkauf betrifft, zeigte sich Scheichelbauer-Schuster pragmatisch. "2G ist natürlich teilweise schwierig, aber wir machen das selbstverständlich. Wir müssen hier durch, es ist alles besser als ein weiterer Lockdown."

Erfreulich sei die Entwicklung der Lehrlingszahlen. Mit Stand Ende Dezember 2021 gab es 13.596 Lehranfänger im Gewerbe und Handwerk (plus 4,7 Prozent). Insgesamt absolvieren aktuell 46.875 Menschen eine Lehre, um 0,5 Prozent mehr als vor einem Jahr, rechnet die Sparte vor.

(APA)

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