Handschlag-Verweigerung: Verhalten des Islamlehrers wird überprüft

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Bregenz. Der Religionsunterricht eines Islamlehrers in Vorarlberg erregt heftige Kritik von Direktoren und Lehrpersonen. Zum einen unterrichte er einseitig, zum anderen halte er sich auch nicht an traditionelle Sitten und Gebräuche. Konkret: Der Mann soll Frauen aus religiösen Gründen den Handschlag verweigern. Der Landesschulrat bat die Islamische Glaubensgemeinschaft um eine Überprüfung des Falls.

Landesrätin Bernadette Mennel (ÖVP) erklärte am Dienstag in einer Aussendung, dass die Glaubensgemeinschaft eine Überprüfung zugesagt habe. Das Verfahren solle in Kürze abgeschlossen sein.

“Werte, Sitten und Gebräuche berücksichtigen”

Mennel hielt unmissverständlich fest, dass “Lehrer, die an österreichischen Schulen unterrichten, selbstverständlich verpflichtet sind, den Lehrplan ordnungsgemäß und kompetent einzuhalten und landesspezifische Werte, Sitten und Gebräuche zu berücksichtigen”. Dazu gehöre vor allem auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau. “Wer diese Vorgaben nicht anerkennt, ist nicht tragbar”, so die Landesrätin.

Kritik aus allen Parteien

Auch in den Reihen der Landtagsparteien war die Meinung einheitlich. Für VP-Klubobmann Roland Frühstück ist das Verhalten des Religionslehrers inakzeptabel. „Hier geht es um Grundregeln des Anstands. Ich erwarte mir das gerade von Lehrern, die in ihrem Beruf eine Vorbildfunktion haben und sich dementsprechend verhalten sollten“. Er fordert, dass grundsätzliche Kulturtechniken, die von Schülerinnen und Schülern erwartet werden, auch von Seiten der Pädagogen mitgetragen werden. Er kenne keine Religion, die ein derartiges Verhalten goutiere.

Aus Sicht von Frühstück sind in erster Linie die zuständigen Direktoren gefordert, disziplinarrechtliche Schritte zu setzen: “Ich kann mir durchaus auch ein Betretungsverbot für das Schulgebäude für den betroffenen Lehrer vorstellen.”

FPÖ stellt Anfrage an Mennel

Der Klubobmann der FPÖ, wollte bereits am Montag in einer Anfrage an Mennel unter anderem wissen, seit wann entsprechende Beschwerden von Direktoren und Lehrern bekannt seien und mit welchen Konsequenzen zu rechnen sei. Zudem will die FPÖ wissen, ob es mehrere Beschwerden gebe, oder ob es sich um einen Einzelfall handle. (“Aufregung um Handschlagsverweigerung – FPÖ stellt Anfrage an Mennel“)

Grüne: “Inakzeptabel”

“Die Verweigerung des Handschlags ist kein religiöses Gebot, sondern Ausdruck eines äußerst problematischen Bildes vom Verhältnis zwischen Mann und Frau. Das ist für mich inakzeptabel”, nimmt die grüne Landtagsabgeordnete und Integrationssprecherin Vahide Aydın zu den Vorwürfen Stellung.

Der grüne Bildungssprecher Daniel Zadra fügt hinzu: “LehrerInnen haben eine Vorbildwirkung. Sie sollten den Schülerinnen und Schülern vermitteln, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau ein wichtiger gesellschaftlicher Wert ist, um den man sich bemühen sollte.”

Da der österreichische Staat kein Aufsichtsrecht besitze und nur die Religionsinspektoren wissen, was im Religionsunterricht tatsächlich vermittelt wird, will Zadra den für Vorarlberg zuständigen Inspektor der Islamischen Religionsgemeinschaft in Österreich (IGGIÖ) Abdi Tasdögen in den Bildungsausschuss des Vorarlberger Landtags einladen. Es müsse geklärt werden, wie der Inspektor seiner Aufsichtspflicht nachkommt. (red/APA)

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