Handel zittert um Weihnachtsgeschäft

Der Wegfall ungeimpfter Kunden macht dem Handel zu schaffen
Der Wegfall ungeimpfter Kunden macht dem Handel zu schaffen ©APA/THEMENBILD
Für den Handel stehen die wichtigsten Wochen des Jahres bevor. In die Höhe schnellende Coronazahlen, ein Lockdown für Ungeimpfte und ein drohender Lockdown für alle lässt die Branche um das Weihnachtsgeschäft zittern. Derzeit dürfen nur geimpfte oder genesene Personen (2G-Regel) im Non-Food-Handel shoppen. Der Wegfall der ungeimpften Kundinnen und Kunden lässt die durchschnittlichen Ausgaben im Schnitt um 30 Mio. Euro pro Tag sinken, zeigen Berechnungen der JKU.

Der aktuelle Lockdown für Ungeimpfte würge die langsame Konjunkturerholung im stationären Non-Food-Handel wieder ab, räumten die Handelsexperten der Johannes Kepler Universität Linz, Ernst Gittenberger und Christoph Teller, am Mittwoch ein. Ungeimpfte dürfen derzeit nur noch im Lebensmittelhandel, Tierbedarfshandel oder in Drogerien einkaufen, nicht aber im Modehandel, in Elektrogeschäften, Spielzeugläden, im Möbel- oder Buchhandel.

Der Handelsverband spricht von einem wöchentlichen Umsatzeinbruch im Non-Food-Handel von bis zu 350 Mio. Euro. "Die wenigen Kunden, die noch ins Geschäft kommen, werden von den Behörden vielfach auf unverhältnismäßige Weise kontrolliert und mit Strafen belegt, weil sie ihren Impfpass zuhause oder im Auto vergessen haben", kritisierte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Immer mehr Experten sprechen sich für einen Lockdown für alle aus. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hat am Mittwoch in Österreich einen neuen Rekordwert erreicht. Innerhalb eines Tages sind 14.416 Neuansteckungen hinzugekommen, so viel wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Für den Handel wäre Zusperren sechs Wochen vor Weihnachten "die Katastrophe pur", sagte Handelsobmann Rainer Trefelik vor einigen Tagen zu den "SN". Trefelik sprach von einem "Nackenschlag für die Betriebe, die Ware eingekauft und sich vorbereitet haben und nun vor demselben Dilemma stünden wie im Vorjahr".

Im vergangenen Jahr hat das Weihnachtsgeschäft für die meisten Branchen erst am 7. Dezember begonnen. Auch das wichtige Geschäft nach Weihnachten wurde mit einem Lockdown abgewürgt.

Seit Beginn der Pandemie läuft die Entwicklung im Handel völlig konträr. Während Supermärkte nie geschlossen hatten und Homeoffice sowie geschlossene Restaurants und Kantinen den Lebensmittelhändlern sogar mehr Geschäft bescherten, mussten Mode- oder Schuhgeschäfte wochenlang zusperren und verkauften coronabedingt auch weniger, wenn sie offen hatten. Auch jetzt seien die modischen Branchen wieder am stärksten betroffen und deren Umsätze würden sich bis dato noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau 2019 bewegen, so die JKU-Experten.

(APA)

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