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Hamas belegt Süden Israels mit Raketenangriffen

©AP
Militante Palästinenser haben am Mittwoch Dutzende Raketen vom Gazastreifen auf den Süden Israels abgefeuert.

Diplomatische Bemühungen um eine Widerbelebung der Ende vergangener Woche beendeten Waffenruhe wurden dadurch erschwert. Israel sagte eine für (den heutigen) Mittwoch angekündigte Öffnung mehrerer Grenzübergänge zum Gazastreifen ab. Am Dienstag hatte Israel erklärt, aus humanitären Gründen werde die Lieferung “geringer” Mengen von Lebensmitteln, Arznei und Brennstoff ermöglicht.

Bis zum frühen Nachmittag seien rund 60 Raketen auf Südisrael abgefeuert worden, erklärten die Streitkräfte nach einem Bericht der israelischen Zeitung “Haaretz”. Berichte über Verletzte lagen nicht vor. Eine Fabrik, ein Wohnhaus und weitere Gebäude wurden beschädigt. Betroffen waren nach Medienberichten die Städte Sderot, Netivot und Ashkelon, deren Einwohner Schutzräume aufsuchen mussten.

Die im Gazastreifen regierende Hamas erklärte, die Raketenangriffe seien eine Reaktion auf den Tod von drei ihrer Kämpfer bei einem Gefecht mit israelischen Soldaten am Dienstagabend. Nach israelischen Angaben wollten die Männer Sprengsätze am Grenzzaun legen. Die Tötung der drei Kämpfer war der bisher blutigste Zwischenfall seit dem offiziellen Ende eines zuletzt ohnehin kaum noch eingehaltenen Waffenstillstands zwischen Israel und der Hamas am Freitag.

Zwei weitere Hamas-Kämpfer wurden nach Angaben der Organisation bei einer Explosion im Gazastreifen getötet. Sie seien auf einer “heiligen Mission” gewesen, hieß es am Mittwoch. Diese Umschreibung nutzt die Hamas für gewöhnlich, wenn zum Kampf gegen Israel bestimmte Sprengsätze unbeabsichtigt explodierten. In der Stadt Gaza und in Beit Lahiya wurden drei Zivilpersonen verletzt. Auch sie wurden offenbar Opfer von Sprengsätzen, die verfrüht detonierten.

Ägypten bemühte sich unterdessen um eine neue Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas. Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas (Abu Mazen) sagte nach einem Treffen mit seinem ägyptischen Kollegen Hosni Mubarak, man habe sich außerdem darauf geeinigt, die Versöhnungsgespräche zwischen der Hamas und der konkurrierenden Fatah voranzutreiben. Am (morgigen) Donnerstag wird die israelische Außenministerin Tzipi Livni zu einem Gespräch mit Mubarak in Kairo erwartet. Israel erwägt eine Militäraktion im Gazastreifen, um die Raketenangriffe zu stoppen.

Nach der Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen vor 18 Monaten riegelten Israel und Ägypten das Gebiet von der Außenwelt ab. Nach einer Eskalation der Kämpfe Anfang November intensivierte Israel die Blockade noch.

Die Hamas hatte sich am Dienstag zur Erneuerung einer Waffenruhe mit Israel bereiterklärt. Die am 19. Juni zwischen Israel und zwölf militanten Palästinenserfraktionen im Gazastreifen vereinbarte Waffenruhe war am vergangenen Freitag zu Ende gegangen.

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