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Haller: "Klassisches Profil des School-Shooters"

Für Gerichtspsychiater wies auch der Amokläufer in Connecticut die klassischen Merkmale auf.
Für Gerichtspsychiater wies auch der Amokläufer in Connecticut die klassischen Merkmale auf. ©VOL.AT/Steurer
Minderwertigkeitskomplexe, Hass auf die verständnislose Umwelt, Frust und Wut - und das alles hinter einer ruhigen, verschlossenen, unauffälligen Fassade. Dieses "klassische" Profil eines sogenannten School-Shooters weist laut Gerichtspsychiater Reinhard Haller auch der Amokläufer von Connecticut auf.

Mit einem Unterschied: Diesmal dürfte die Mutter des 20-jährigen Täters das eigentliche Ziel gewesen sein. Sie unterrichtete auf jener Schule, an der der junge Mann das Blutbad anrichtete

“Nähe zur Waffe ist entscheidend”

“Man muss natürlich dazusagen, dass dieses Profil auf abertausende junge Menschen zutrifft. Entscheidend ist halt immer die Griffnähe zur Waffe”, so Haller im APA-Gespräch. “Ich bin schon gespannt, wie Obama reagiert.” Eines steht für den Psychiater fest: Die USA brauchen schärfere Waffengesetze.

Im aktuellen Fall sieht Haller einen jungen Mann, der sich offenbar von seiner Mutter nicht genügend geliebt gefühlt hat. “Das heißt überhaupt nicht, dass die Mutter ihm diese Liebe nicht gegeben hat, aber hat es offenbar als zu wenig empfunden. Und dann geht sie in diese Schule und gibt ihren Kindern das, was er nicht bekommt. Die Kinder haben ihm quasi die Mutter weggenommen.”

“Für Täter herrschte Endzeitstimmung”

Die Tatsache, dass sich der 20-Jährige nach dem Massaker umgebracht hat, ließe darauf schließen, dass die Tat “gut geplant” war. Haller: “Für ihn war alles entschieden, es herrschte Endzeitstimmung, er hat sich gesagt: Jetzt bin ich einmal der Richter. Suizid deutet auf Entschlossenheit hin.”

Eine Ursache für den Anstieg von Frust und Wurt sieht der Gerichtspsychiater auch bei der Face-to-Face-Kommunikation. Diese nehme durch das Internet und seine sozialen Netzwerke immer mehr ab. Es entstehe dadurch zunehmend eine Verarmung sowie eine Bedürftigkeit an direkter Kommunikation. “Die heutige Jugend sagt von sich gerne: wir sind so cool. Aber innendrin schaut es offenbar anders aus. (APA)

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