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Halbzeit beim Brückenschlag am Rhein

Die spannende Phase des Brückenschlags hat mit dem gut 100 Meter langen Teil über das Flussbett begonnen.
Die spannende Phase des Brückenschlags hat mit dem gut 100 Meter langen Teil über das Flussbett begonnen. ©Strauss
Seit 15 Monaten wird gearbeitet, nach weiteren 15 Monaten soll die Bahn über die neue Brücke rollen.

St. Margrethen, Lustenau (stp) Zu den „Gewinnern“ der seit Monaten relativ günstigen – weil meist frostfreien – Witterung zählen auch die Bauarbeiter, die am Rhein zwischen Lustenau und St. Margrethen die vor 140 Jahren gebaute und in den 50er- Jahren verlängerte Brücke durch eine neue ersetzen. Im November 2010 wurde begonnen, der Zeitplan sieht vor, dass Ende April 2013 die Züge auf der neuen Brücke rollen. In diesem Zeitplan ist somit „Halbzeit“.

In der ersten Reihe

Das Projekt mit einer Gesamtlänge von fast zwei Kilometern wird Interessierten wie auf dem Präsentierteller angeboten: Es gibt einen eigenen Radweg zu den Baustellen beidseitig des Rheins und auf die neugierigen Radler warten Plattformen und Infotafeln, um die Bauarbeiten in Augenschein zu nehmen. Jeden ersten Freitag im Monat (nächster Termin ist der 3. Februar) gibt es von 13.30 bis 15 Uhr Führungen. Dabei informieren Fachleute über das Projekt. Die aktuelle Bauphase lohnt einen Lokalaugenschein, denn seit Ende vergangenen Jahres wird der Mittelteil – gut 100 m lang – über den Fluss errichtet. Die Abschnitte über die Überschwemmungsvorländer sind im Rohbau fertiggestellt und lassen erahnen, wie die künftige Brücke aussehen wird – zwei Meter angehoben, um die Hochwassersicherheit zu verbessern. Gleichzeitig haben auf Schweizer Seite die konkreten Arbeiten für die Überbrückung des Binnenkanals und des Feldwegs, der Staatsstraße und vor allem der Autobahn begonnen.

Europäische Dimension

Insgesamt nehmen die ÖBB für dieses Vorhaben mehr als 80 Millionen Euro in die Hand, denn es handelt sich nicht nur um ein regionales Projekt. Das Baulos betrifft den gesamten grenzüberschreitenden Streckenausbau zwischen St. Margrethen und Lauterach und steht als Teil der europä­ischen Hochleistungsbahn in einem größeren Zusammenhang.

Regionale Vorteile

Das Projekt ist Teil der Modernisierung der Verbindung Zürich-München. Auf dieser Linie soll die Fahrzeit von gut vier Stunden um ein Viertel reduziert werden und die Bahn damit attraktiver machen. Die neue Brücke löst die Hochwasserproblematik, bekanntlich war die Bahnbrücke einer der neuralgischen Punkte im Sicherheitskonzept. Die Modernisierung der Trasse von St. Margrethen bis Lauterach eröffnet auch dem öffentlichen Personennahverkehr von Lustenau/Hard über Lauterach/Dornbirn neue Möglichkeiten.

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