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Halber Monatslohn ohne Steuern/Abgaben

Schwarzach - Zustimmung mit Vorbehalten bei Arbeitnehmervertretern und ein „Dankeschön für diesen vorausschauenden Denkansatz“ von Arbeitgeberseite erntet eine vom Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW) beschlossene Resolution betreffend Herbstlohnrunde.

Progression frisst alles

Darin fordert der RFW-Vorstand die Sozialpartner (Kollektivvertragspartner) auf, diesmal auf eine prozentuelle Lohnerhöhung zu verzichten, da diese ohnehin weitgehend der kalten Steuerprogression zum Opfer falle, also keinen erwünschten Effekt in Richtung Erhöhung der Arbeitnehmer-Kaufkraft zeitige.

„Weil wir unsere Mitarbeiter aber sehr wohl am Erfolg der Unternehmen teilhaben lassen wollen, plädieren wir für die Einmalzahlung eines halben Monatslohns, der steuer- und abgabenfrei pro Quartal in vier gleichen Beträgen ausbezahlt werden soll. Das entspräche 4,17 Prozent effektiver Lohnerhöhung, die den Beschäftigten ungekürzt zugute käme“, argumentiert der RFW-Vorstand in seinem Papier.

Dazu ÖGB-Landeschef und Metaller-Lohnverhandler Norbert Loacker auf „VN“-Anfrage: „Ich bin seit langem Verfechter einer Mischung aus Einmalzahlung und prozentueller Erhöhung, weil die für alle Beschäftigten gleich hohe Einmalzahlung echte Umverteilung in unserem Sinne ist. Nachteil ist eben ihre ,Einmaligkeit‘, ihre nicht gegebene Nachhaltigkeit. Deshalb kommt ein völliges Ersetzen der prozentuellen Erhöhung durch Einmalzahlungen für mich als Gewerkschafter nicht in Frage.“

Was ist durchsetzbar?

Nachsatz von Loacker: Er lade aber alle, von der Wirtschaftskammer über die Industriellenvereinigung bis zur Arbeiterkammer, ein, „vom Finanzminister mit vereinter Kraft die Senkung unserer Rekordabgabenquote zu erwirken“.

Ein „kreativer, vorausschauender Denkansatz, der durchaus auch Arbeitnehmer-Orientierung beinhaltet“, ist der RFW-Vorschlag für DI Christoph Hinteregger, einen der Chefverhandler der Metaller auf Arbeitgeberseite. Er nehme die Anregung gern in die Herbstlohnrunde mit, zumal ihr die Arbeitgeber „zu 100 Prozent Positives abgewinnen können“. Die große Frage bleibe, ob die Steuer- und Abgabenbefreiung des halben Monatslohns durchsetzbar ist. Auch die damit verbundene Effektivlohnerhöhung von 4,17 Prozent sei „in der Höhe noch zu verhandeln“.

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