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Haiti: Blauhelmsoldaten sterben

Im Karibikstaat Haiti sind am Sonntag von ehemaligen Soldaten die ersten beiden UNO-Blauhelmsoldaten seit Beginn des Einsatzes im Juni 2004 getötet worden.

Bei der Erstürmung eines seit Monaten von Rebellen besetzten Polizeikommissariats in Petit-Goave kamen zwei Blauhelmsoldaten aus Sri Lanka und Nepal und zwei ehemalige Soldaten der haitianischen Streitkräfte ums Leben.

Zudem wurden 15 Menschen verletzt, darunter drei weitere Blauhelme. Bei der gemeinsamen Operation von UN-Blauhelmsoldaten und haitianischen Polizisten in Petit-Goave südwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince wurden 35 ehemalige Soldaten festgenommen.

Die Blauhelmsoldaten aus Sri Lanka und Nepal waren die ersten Todesopfer, die die UN-Friedenstruppe bei Militäroperationen seit Beginn ihres Einsatzes im Juni 2004 in Haiti zu beklagen hatte. Im Februar war ein nepalesischer Blauhelmsoldat nach einer Krankheit gestorben.

Am 29. Februar 2004 hatte Präsident Jean Bertrand Aristide nach monatelangen Protesten gegen seine als diktatorisch empfundene Herrschaft und einem bewaffneten Aufstand auf internationalen Druck sein Rücktrittsschreiben unterzeichnet. Die von Brasilien geführte UN -Mission für die Stabilisierung Haitis (MINUSTAH) mit inzwischen gut 6.000 Soldaten und 1480 Polizisten hat Mühe, die Ordnung aufrecht zu erhalten.

Ehemalige Soldaten der von Aristide aufgelösten Armee beherrschen verschiedene Provinzen, während in Teilen der Hauptstadt noch immer die Schlägertrupps Aristides, die so genannten „Chimeres“ ihr Unwesen treiben. Die dem ärmsten Land des Kontinents zugesagte internationale Hilfe von rund einer Milliarde Euro rollt nur sehr langsam an.

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