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Haiders Rückzug

Kärntens Landeshauptmann und Ex-FPÖ-Chef Jörg Haider zieht sich aus der Bundespolitik zurück. Das gab er am Freitag in einem Interview bekannt. Forum

Ex-FP-Chef Haider will sich aus der Bundespolitik zurückziehen: Mit dieser Ankündigung in der „Zeit im Bild 1“ sorgte der Kärntner Landeshauptmann am Freitagabend für ein freiheitliches Erdbeben. Verantwortlich für diesen Schritt macht er in erster Linie Klubobmann Westenthaler. Vizekanzlerin Riess-Passer kehrt früher als erwartet bereits am Sonntag aus den USA zurück.

Auslöser für den neuen Krach war ein ORF-Interview Westenthalers am Donnerstag. Dabei hatte er Haider indirekt aufgefordert, die freiheitliche Regierungsmannschaft selbstständig arbeiten zu lassen. Dies tut er nun nach eigenen Angaben. Folgerichtig ist Haider „endgültig“ aus dem Koalitionsausschuss ausgeschieden und steht auch nicht mehr für Wahlkämpfe zur Verfügung.

Massive Kritik übte Haider jedenfalls an Westenthaler. Ihn hätte es gefreut, „wenn wir das in einem persönlichen Gespräch erörtert hätten“ und nicht über die Medien. Stattdessen habe sich der Klubobmann an Bundeskanzler Schüssel gewendet.

Die Parteispitze will Haiders Abschied nicht wahrhaben. FP-Vize Scheibner erklärte in einer ersten Reaktion: „Haider ist nicht verzichtbar“. Westenthaler blieb gelassen: „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“. Im Bundesparteivorstand am Sonntag soll eine Lösung gefunden werden.

In der ÖVP hielt man sich bedeckt. Für Bundeskanzler Schüssel erklärte seine Sprecherin, der Rückzug Haiders betreffe „in erster Linie die FPÖ“.

Für einiges Aufsehen sorgte Haider auch mit Gedanken über eine Neugestaltung des freiheitlichen Regierungsteams. Er mache sich Gedanken, ob nicht der eine oder andere Minister zu „Haider-lastig“ sei. Dann müsste man diese austauschen. Vorerst zeigten dazu nicht einmal Haiders wohl engste Vertrauensleute, Justizminister Böhmdorfer und Sozialminister Haupt, Tendenzen.

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