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Haftstrafe nach tödlichem Unfall

Feldkirch - Ein 24-jähriger Autolenker wurde am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen und fahrlässiger Körperverletzung zu einer unbedingten Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt.
Aus dem Archiv: Unfallbericht
Ermittlungen nach Todesfahrt

Im Juli 2008 verursachte ein junger Bursch in Lech einen Unfall mit zwei Toten, zwei Schwerverletzten und auch er humpelt heute noch. Gestern verurteilte ihn das Gericht zu sechs Monaten unbedingter Haft. Die fünf jungen Leute waren alle auf dem Feuerwehrfest in Stuben. Eigentlich wollte der damals 22-jährige Lenker nach dem Zeltfest in seinem Auto schlafen und nicht mehr fahren. Zu seinem Unglück ließ er sich aber von seinen Kollegen überreden und setzte sich hinters Steuer. Erinnern kann er sich heute an nichts mehr. Der gelernte Koch kann nicht länger als zwei Stunden stehen. Er leidet heute noch sichtlich an den Unfallfolgen. Auch psychisch macht ihm die Sache zu schaffen. „Es tut mir so leid, ich kann mich nur nochmals entschuldigen“, stammelt er unter Tränen.

„190 auf dem Tacho“

Angeheitert fuhren die Burschen die Lechtalstraße nach Lech. „Jetzt gib einmal Gas“ feuerte ein Kollege den Fahrer noch an. „Einmal sah ich 190 auf dem Tacho“, erzählt ein Zeuge. Die aggressive Fahrt brachte es mit sich, dass der Lenker vor den Kurven immer wieder stark bremsen musste. Dabei wurden die Bremsen des Opel Zafira so heiß, dass die Bremsbeläge verglasten. Der technische Sachverständige bestätigte: „Die Bremsanlage wurde total überhitzt“. Mit rund 90 km/h krachte das Fahrzeug in Höhe des Bioheizwerkes gegen eine Steinmauer. Über 30 Feuerwehrleute, 13 Sanitäter, drei Notärzte und zwei Helikopter waren im Einsatz. Zwei Burschen im Alter von 16 und 19 Jahren konnten trotzdem nicht gerettet werden. Ob die Bremsen dann schlussendlich versagten oder der Lenker gar nicht bremste, konnte nicht festgestellt werden. Fakt ist: Er war viel zu schnell, er war übermüdet und hatte ein Promille Alkohol im Blut. Außerdem wurden Cannabisrückstände festgestellt. Wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung muss der Bursch sechs Monate ins Gefängnis. Was an finanziellen Folgen auf ihn zukommt, ist noch offen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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