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Hämmerle Kaffee möchte erweitern – Eingriff in Landesgrünzone?

Westlich des Firmenstammsitzes von Hämmerle Kaffee (rote Markierung) sollen rund 4.400 Quadratmeter aus der Landesgrünzone genommen werden.
Westlich des Firmenstammsitzes von Hämmerle Kaffee (rote Markierung) sollen rund 4.400 Quadratmeter aus der Landesgrünzone genommen werden. ©Vogis
Bludesch - Hämmerle Kaffee möchte in Bludesch erweitern. Es müssen dafür 4.400 Quadratmeter aus der Landesgrünzone genommen werden.

Von Günther Bitschnau (WPA)

Das Thema Landesgrünzone und die Herausnahme von Flächen für Neubauten und Erweiterungen von Unternehmen oder Wohnbauprojekte wird die Vorarlberger Politik und Wirtschaft wohl noch länger kontrovers beschäftigen. Jetzt gibt es ein weiteres Ansinnen in Bludesch, konkret in unmittelbarer Nachbarschaft der Hämmerle Kaffee GmbH an der Walgaustraße.

Gegenwärtig läuft beim Land Vorarlberg auf Anregung der Gemeinde Bludesch ein Auflage- und Anhörungsverfahren für Änderungen in der Landesgrünzone im Walgau. Hintergrund ist eine geplante Erweiterung des Kaffee-Herstellers. Dafür sollen rund 4.400 Quadratmeter Fläche (0,4 ha) westlich des Firmenstammsitzes aus der Landesgrünzone genommen werden, damit die Flächen für die Betriebserweiterung gewidmet werden können.

Teil des mehrjährigen "REK Blumenegg"

Im Erläuterungsbericht der Landesregierung wird auf das 2015 beschlossene Räumliche Entwicklungskonzept "REK Blumenegg" der Gemeinden Bludesch, Thüringen und Ludesch verwiesen. Darin ist eine in mehreren Etappen geplante Entnahme von Flächen aus der Landesgrünzone vorgesehen. Im Gegenzug sollen andere Flächen in die Landesgrünzone eingebracht werden. Allerdings besteht auch hier wie in anderen Fällen das Problem, dass die für die Herausnahme vorgesehenen Flächen landwirtschaftlich oftmals deutlich ertragreicher sind als die vorgesehenen Kompensationsflächen.

Tauschflächen, die ohnehin schon Schutzstatus haben

Darauf verweisen im Erläuterungsbericht sowohl die landwirtschaftliche als auch die naturschutzfachliche Stellungnahme: "Als Kompensationsflächen wurden Flächen, die sich im Hangbereich befinden und teils schon anderweitigen Schutzstatus haben (Naturschutzgebiet Bludescher Magerwiesen) anerkannt. Der landwirtschaftliche Ertragswert der Kompensationsflächen entspricht nicht dem landwirtschaftlichen Ertragswert der geplanten Herausnahmen."

"Vorbildwirkung problematisch"

Im vorliegenden Fall problematisch könnte der Umstand sein, dass ein kleiner Teil der Flächen, die aus der Landesgrünzone herausgenommen werden sollen, gar nicht Teil des "REK Blumenegg" ist. Dafür gibt es also keine Kompensationsflächen. Deshalb wurde bei der Erstellung einer Umwelterheblichkeitsprüfung die Umweltbehörde konsultiert. Aufgrund der geringen Größe der vom REK nicht erfassten Flächen könne man die Auswirkungen nicht beurteilen, heißt es von dieser Seite. "Allerdings entspricht die geplante Herausnahme nicht dem REK der Blumenegg-Gemeinden, wodurch keine Kompensation gegeben ist. Die Vorbildwirkung einer Herausnahme ohne Kompensation ist sehr problematisch."

Kritik der Umweltbehörde

Die Umweltbehörde kritisiert in dem Zusammenhang die "gehäuft auftretenden Abweichungen vom REK bezüglich der Grünzone". Sie würden nicht nur einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand verursachen, sondern auch die Verbindlichkeit des REK und die Gültigkeit der damit erfolgten strategischen Umweltprüfung in Frage stellen. "Von den Gemeinden benötigte zusätzliche Spielräume dürfen keinesfalls einseitig zu Lasten der Grünzone geschaffen werden", heißt es.

Hämmerle bestätigt langfristiges Erweiterungsprojekt

Das Familienunternehmen Hämmerle Kaffee wurde 1972 gegründet und ist seit 2000 an dem Standort in Bludesch. Mit rund 90 Mitarbeitern wurde zuletzt ein Umsatz von rund 30 Millionen Euro erzielt. Zur Steigerung des Wachstums sollen Investitionen in den Bereichen Lager, Automatenservice und Produktion erfolgen. Dazu gehört auch ein 22-Meter-Hochregallager. Geschäftsführer Markus Hämmerle bestätigte auf wpa-Anfrage ein langfristig angesetztes Erweiterungsprojekt. Allerdings warte man derzeit ab, ob die notwendigen Flächen auch zur Verfügung stehen werden.

(wirtschaftspresseagentur.com)

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