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"Haben nichts anderes erwartet"

Will es noch einmal wissen: Wilfried Berchtold.
Will es noch einmal wissen: Wilfried Berchtold. ©VOL.AT/Bernd Hofmeister
Feldkirch - Für die Feldkircher Opposition ist Berchtolds voraussichtliche Wiederkandidatur "keine Überraschung".

Wie die VN am Samstag exklusiv berichteten, will Wilfried Berchtold (57) – seit 1991 im Amt – bei der Gemeindewahl 2015 wieder als Bürgermeister kandidieren. Es gebe noch viele Aufgaben zu bewältigen, die er persönlich mittragen wolle, sagte der ÖVP-Stadtpolitiker, der im vergangenen Jahr rechtskräftig vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden war.

Nichts anderes erwartet

Für die Feldkircher Opposition ist die klare Ansage des Langzeitbürgermeisters „keine Überraschung“, wie bei einem VN-Rundruf zu erfahren war. „Das war zu erwarten“, meinte Marlene Thalhammer von der Grünen-Fraktion „Feldkirch blüht“ knapp. Letztendlich liege es an den Wählern, wie es in Feldkirch weitergehe. Kritisch äußerte sich Thalhammer zu Berchtolds Aussagen in Sachen Stadttunnel und Feldkirch Festival. Die Finanzierung des Tunnels, der nach Angaben Thalhammers rund 200 Millionen Euro kostet, sei nämlich keineswegs gesichert. „Die 40 Millionen Euro des Bundes sind längst in den Achraintunnel geflossen“, so die Stadträtin. Zudem sei es unverständlich, warum der Bürgermeister nach wie vor am Feldkirch Festival festhalte, aber bei der Schulsozial­arbeit, der Jugendarbeit sowie bei „vielen kleinen Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz“ den Sparstift ansetze. Auch FP-Stadtparteiobmann Mathias Bitschnau zeigte sich wenig überrascht. „Ich bin davon ausgegangen, dass Berchtold wieder kandidieren wird.“ Er, Bitschnau, glaube aber, dass es diesbezüglich „noch die eine oder andere ÖVP-interne Diskussion“ geben werde. Harte Worte fand indes der SP-Vorsitzende Bastian Cizek: „Ich habe es früher schon einmal gesagt und ich bleibe dabei: Meiner Meinung nach ist Berchtold rücktrittsreif.“ Dass der Wahlkampf zu einer Schlammschlacht ausarten könnte, schließt Cizek bereits jetzt aus. „Wir werden versuchen, mit inhaltlichen Forderungen zu punkten. Es geht schließlich um die Stadt und nicht um Berchtold.“

Zuspruch

Und wie stehen die Feldkircher Bürger zu Berchtolds voraussichtlicher Wiederkandidatur? Wie eine kleine Umfrage (siehe unten) auf Feldkirchs Straßen zeigte, ist der Zuspruch nach wie vor groß. Befragte, die dem Bürgermeister seit dem Bekanntwerden seiner außerehelichen Affäre distanziert gegenüberstehen, gaben sich kamerascheu und hielten sich lieber vornehm zurück.
Bei der Bürgermeister-Direktwahl im März 2010 hatten exakt 8556 Feldkircher (76,20 Prozent!) für Wilfried Berchtold gestimmt. Es sei ihm bewusst, dass er 2015 nicht mehr mit so vielen Wählerstimmen rechnen könne, sagte Berchtold am Samstag gegenüber den VN.

Umfrage. Was sagen Sie zu Berchtolds voraussichtlicher Wiederkandidatur?

Alfred Hirschauer, Feldkirch-Gisingen
Ich persönlich finde es gut, dass Wilfried Berchtold 2015 wieder als Bürgermeister antreten will. Er ist sehr qualifiziert für den Job, macht gute Arbeit und hat sich als Bürgermeister über viele Jahre bewährt.

Katharina Häberlin, Feldkirch-Gisingen
Ich ‚klebe‘ nicht an Wilfried Berchtold. Wenn es bei der Gemeindewahl 2015 einen besseren Kandidaten gibt, kann ich mir durchaus vorstellen, jemand anderen zu wählen. Aber bislang gibt es da ja niemanden.

Luzia Fend, Feldkirch-Tisis
Dass Berchtold wieder kandidieren will, finde ich super. Er ist ein guter Bürgermeister und setzt sich sehr für die Stadt und die Bürger ein. Das, was da privat gelaufen ist, geht mich nichts an. Das ist seine Sache.

Isabel Lukan, Feldkirch-Gisingen
Warum soll er sich nicht wieder zur Wahl stellen? Ich denke, dass er seinen Job bis jetzt gut gemacht hat. Die Stadt Feldkirch ist im Vergleich zu Rankweil sehr gut organisiert. Meine Stimme hat er.

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