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"Haben die niedrigsten Tarife"

Dornbirn - Kurienobmann Dr. Michael Jonas wehrt sich gegen die Kritik an Augenfachärzten. "Wir brauchen konstruktive Lösungen und keine Stimmungsmache."

Verärgert reagierte der Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, Dr. Michael Jonas, auf die Aussagen von AK-Präsident Hubert Hämmerle und VGKKObmann Manfred Brunner zur Problematik der Unterversorgung im augenärztlichen Bereich (die „VN“ berichteten).

Vor allem den Vorwurf, dass trotz österreichweit zweithöchster Honorarsätze deutlich weniger Leistung erbracht werde, weist Jonas zurück und stellt klar: „Vorarlberg hat die niedrigsten Tarife.“

Ebenso ins Leere geht laut Ärztesprecher die von Hämmerle geäußerte Kritik an zu geringen Behandlungszahlen. Er räumt ein, dass das Ländle mit 4058 bearbeiteten Fällen am letzten Platz rangiert. Aber: „Eine Ordination finanziert sich nicht durch Fallwerte, sondern über die Honorarsumme.“ Und die liege deutlich unter jenen anderer Bundesländer. Demnach kam ein Augenarzt in Vorarlberg 2005 auf eine Honorarsumme von 194.184 Euro. Die Kollegen in Niederösterreich brachten es auf 350.000 Euro, jene im Burgenland auf 289.882. „Davon müssen jedoch Personal und Gerätschaften bezahlt werden“, relativiert Jonas die augenscheinlich hohen Summen.

Punkte ohne Wert

Einen Knackpunkt ortet der KurienobmannimPunktesystem, nachdem jede Leistung abzurechnen ist. Es gibt zwar fünf Punktewerte, doch die werden nach oben hin immer weniger wert. „Der erste Punktewert bringt 1,13 Euro, der fünfte nur noch 0,09 Euro“, verdeutlicht Jonas. Dem Honorarsystem schreibt er auch das bislang vergebliche Bemühen zu, zwei ausgeschriebene Stellen im Bregenzerwald und in Götzis zu besetzen.

Ausbildungsproblem

Ein anderes Problem stelle die Ausbildungssituation am LKH Feldkirch dar. Jonas bestätigt die Aussage von AK-Präsident Hubert Hämmerle, wonach fast nur Bewerber von auswärts angenommen würden. Der Vorschlag, diese Leute zu verpflichten, nach Abschluss der Ausbildung im Land zu bleiben, wäre laut Michael Jonas ein Lösungsansatz. Ein weiterer könnte seiner Ansicht nach darin bestehen, die Honorare für jene Augenärzte, die zu Mehrleistungen bereit sind, zumindest so lange aufzustocken, bis sich für die offenen Stellen jemand gefunden hat.

Richtigstellung

Im Vorspann des Berichts „Augenärzte sollen mehr leisten“ wurde statt der Arbeiterkammer die Ärztekammer als Mitstreiter der Gebietskrankenkasse erwähnt. Wir bitten, diesen Irrtum zu entschuldigen.

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