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Gutes Zeugnis für Athen

Als der große Olympia-Tross am Tag nach der Abschlussfeier Athen verlassen hatte, nahm der Präsident des IOC, Jacques Rogge, die letzte Siegerehrung vor. Die Athener selbst zogen eine positive Bilanz der Spiele.        

Rogge zeichnete den griechischen Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis mit einer Goldmedaille aus. Mit „Traumspielen”, wie Rogge es formulierte, hatten sich die Gastgeber in 17 Wettkampftagen von ihrer besten Seite gezeigt. Auch die Abreise tausender Olympia-Besucher meisterten die Organisatoren mit Bravour. Das befürchtete Flughafen-Chaos durch 886 Starts und Landungen am Montag blieb aus.

Zwischen Abreisestress und Aufräumarbeiten machte sich überall im Land Erleichterung breit. Mit rund 3,5 Millionen verkauften Eintrittskarten erreichten die Griechen ihr Ziel. „Wir sind stolz auf die Botschaft, die wir von einem organisierten und modernen Griechenland ausgesandt haben.  Auch 22 offizielle Dopingfälle konnten Olympia nicht überschatten”, freute sich Gianna Angelopoulos-Daskalak, Präsidentin des Athener Organisationskomitees.

Die griechischen Medien zeigten große Genugtuung darüber, dass sich die internationale Kritik in Respekt und Anerkennung für organisatorisch einwandfreie Spiele verwandelt hat. Die große Olympia-Abrechnung wird den Griechen aber erst nach den Paralympics (17. bis 28. September) präsentiert. Wirtschaftsexperten bezifferten die Gesamtkosten mit über zehn Milliarden Euro und rechnen mit drastischen Steuererhöhungen für das Elf-Millionen-Volk.

Auf der Habenseite steht eine ausgezeichnete Infrastruktur. Dank Olympia wurden im Großraum der Hauptstadt zwei neue U-Bahn-Linien, eine Straßenbahntrasse und die überfällige Vorstadtbahn realisiert. Das Altstadt-Viertel Plaka schmückt nun eine Fußgängerzone, die die bedeutendsten antiken Stätten verbindet. Die Zukunft der neu errichteten Sportstätten ist hingegen größtenteils ungeklärt.

Ein Großteil der vier Millionen Einwohner im Großraum Athen kehrt in diesen Tagen aus dem Sommerurlaub zurück und wird die Stadt neu entdecken. Eine post-olympische Depression ist nach Ansicht eines alteingesessenen Atheners kein Thema: „Wer hier eine Depression hat, geht in die nächste Taverne, und schon ist sie vorbei.”

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