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Gute Nachricht für Patienten: Vorarlberger Ordinations-Assistentinnen sind zufrieden

Schwarzach. Die Vorarlberger Ordinations-Assistentinnen sind mit ihren Chefs und Chefinnen in einem hohen Ausmaß zufrieden und schätzen die entgegengebrachte Anerkennung für ihre Tätigkeit, ein gutes Arbeitsklima und flexible Arbeitszeiten.
Ordinations-Assistentinnen über ihren Beruf
Ärztin Gabriele Gort: "Sind ein Team"
Ärztekammer-Vizepräsident: "Über Unzufriedenheit berichtet"

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung von Ordinations-Assistentinnen in Vorarlberg. Die Vorarlberger Ärztekammer hat diese Studie beim Institut Brainpool in Auftrag gegeben, erklärt Vizepräsident Burkhard Walla: “Unsere Assistentinnen leisten einen wesentlichen Beitrag zur gesamten Qualität in einer Arzt-Praxis. Wir wollen mit dieser Bestandsaufnahme wissen, wie die Zufriedenheit bei unseren Angestellten ist und wo Verbesserungen möglich sind.” Zuvor sei in den Medien ein negatives Bild des Berufsstandes transportiert worden, was ebenfalls einer der Gründe für die Befragung war.

“Mehrfach medial berichtet, dass offenbar Unzufriedenheit besteht”

Rund 800 Ordinations-Assistentinnen

Rund 800 Ordinations-Assistentinnen sind in den 610 Vorarlberger Ordinationen bei Allgemeinmedizinern und Fachärzten beschäftigt. Sie unterstützen ihre Chefinnen und Chefs bei ärztlichen Aufgaben, erledigen organisatorische und administrative Tätigkeiten und sind für die Patientenbetreuung zuständig. Viele Patienten schätzen die freundlichen Damen am Empfang einer Ordination als vertraute Ansprechpersonen schon seit vielen Jahren.

Gutes Verhältnis zu Chefs und Kollegen

Ein Schlüssel für die Beurteilung der Arbeitssituation liegt in der Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber. Die Assistentinnen geben ihren Chefinnen und Chefs generell gute Noten: Verständnis für die Probleme der Assistentinnen zeigen demnach 90 Prozent der Chefs, eine Schulnote von 1,4 geben die AssistentInnen für den freundlichen und höflichen Umgang und auch die Unterstützung durch die Ärzte wird mit der Note 1,7 durchaus positiv gesehen.

In drei Viertel der Ordinationen sind mehrere Assistentinnen beschäftigt. 80 Prozent verstehen sich gut mit ihren Kollegen, vor allem werden im Team Verlässlichkeit und fachliche Kompetenz (Note 1,5) geschätzt und es herrscht eine breite Zufriedenheit, was den Teamgeist betrifft (Note 1,66).

Freude im Beruf, Verantwortung und Anerkennung

Die Ordinations-Assistentinnen sind sich der Bedeutung ihre Tätigkeit offensichtlich bewusst. Über 96 Prozent halten ihren Aufgabenbereich für verantwortungsvoll. 84 Prozent sind der Ansicht, dass ihre Arbeit abwechslungsreich ist und dass ihre Vorschläge ernst genommen werden.

Ärztin Gabriele Gort: “Wir sind ein gleichwertiges Team”

Ärztin Gabriele Gort hat vor 5 Jahren ihre Praxis für Allgemeinmedizin eröffnet und arbeitet seit damals mit ihrer Assistentin zusammen, die nach dem Kind als Wiedereinsteigerin begonnen hat: “Wir sind ein gleichwertiges Team, das perfekt aufeinander abgestimmt ist. Ich schätze es unendlich, was meine Assistentin vorne leistet, gerade in Grippezeiten. Als Ärztin kann ich mich zurückziehen, die Assistentin nicht. Mir ist wichtig, dass meine Assistentin gerne zur Arbeit kommt. Es ist ein Gesundheitsberuf, für den es ein positives Arbeitsklima braucht.“

Mit der Bezahlung größtenteils zufrieden

Im Praxis-Alltag kommt es immer wieder zu stressigen Situationen für alle Beteiligten. Mehr als die Hälfte der Assistentinnen fühlt sich normal belastet, 40 Prozent haben das Gefühl, teilweise auch überbelastet zu sein. Den Aufgaben in ihrem Bereich sind die Assistentinnen mehrheitlich gut gewachsen. 82 Prozent geben an, dass die Anforderungen mit ihren eigenen Kenntnissen und Fähigkeiten übereinstimmen. Auch mit ihrem Einkommen sind zwei Drittel mehrheitlich zufrieden. Knapp die Hälfte ist überzeugt, ihrer Leistung entsprechend zu verdienen und 16 Prozent sind der Meinung, dass sie gut verdienen.

“Idealer Beruf für Wiedereinsteigerinnen”

Derzeit ist der Großteil der Ordinations-Assistentinnen in Vorarlberg weiblich. Es gibt nicht mehr als fünf männliche Assistenten. Laut der Allgemeinmedizinerin Gabriele Gort bietet der Beruf für viele Frauen eine attraktive Möglichkeit, wieder ins Berufsleben einzusteigen. So wechseln etwa ehemalige Spitals-Pflegekräfte nach der Kinderzeit gerne in eine Ordination oder Frauen nützen die Chance, sich zur Assistentin ausbilden zu lassen. “Es scheint so, dass Frauen kommunikative und soziale Tätigkeiten, die viel persönliches Engagement und Selbständigkeit erfordern, sehr schätzen.”

Mehr Kommunikation gewünscht

Ein wesentlicher Punkt, den Ordinations-Assistentinnen und Ärzte gemeinsam verbessern wollen, ist die interne Kommunikation. Gute Erfahrungen werden mit regelmäßigen Teamsitzungen gemacht. Auch Nachbesprechungen, um anstrengende Tage Revue passieren zu lassen, seien sinnvoll.

Fakten zur Befragung

Die Zufriedenheitsstudie wurde durchgeführt vom Institut Brainpool. Es handelt sich um eine repräsentative Erhebung von Ende Oktober bis Mitte November 2015 in allen vier Bezirken. 45 Prozent der Befragten arbeiten bei einem Allgemeinmediziner, 55 Prozent bei einem Facharzt.

 

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