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Gut-Behrami auch in Garmisch im Super-G eine Macht

Die Schweizerin schwang mit einem Lachen im Ziel ab
Die Schweizerin schwang mit einem Lachen im Ziel ab ©APA (AFP)
Die Schweizerin Lara Gut-Behrami hat den dritten Weltcup-Sieg in Folge in einem Super-G gefeiert. Die 29-jährige Tessinerin, die zuvor bereits in St. Anton und Crans-Montana gewonnen hatte, setzte sich am Samstag im ersten von zwei Rennen in Garmisch-Partenkirchen vor der Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie und der Kanadierin Marie-Michele Gagnon durch. Christine Scheyer lieferte mit Platz fünf ein starkes Argument für ihre Berücksichtigung im österreichischen WM-Team für Cortina.

Gut-Behrami gewann mit 0,68 Sekunden Vorsprung vor Lie, die Überraschungsdritte Gagnon lag 0,93 zurück. Zuletzt war die 31-Jährige vor fast fünf Jahren als Kombi-Siegerin in Soldeu auf dem Podest gestanden. "Das habe ich nicht erwartet", rief die routinierte Läuferin nach Anblick der Anzeigetafel in die TV-Kamera.

Vierte wurde die Italienerin Sofia Goggia (+1,00). Scheyer verpasste ihr erstes Super-G-Podium nur um 0,23 Sekunden. Auch Tamara Tippler (+1,27) schaffte es als Achte in die Top Ten, die übrigen ÖSV-Athletinnen konnten nicht aufzeigen.

Weltcup-Punkte ernteten aus dem Team auch Mirjam Puchner (15./+1,60), Ricarda Haaser (17./+1,67), Nadine Fest (21./+2,12), Rosina Schneeberger (26./+2,65) und Julia Scheib (28./+2,77). Für Fest und Scheib war es jeweils die beste Weltcup-Platzierung im Super-G. Stephanie Venier ging als 31. leer aus. "Wenn es wieder laufen würde, kommt auf gut Deutsch die nächste Watschen. Das heute hat absolut gar nichts mit Rennfahren zu tun gehabt", sagte die Tirolerin. Ariane Rädler und Michaela Heider schieden aus.

Scheyer hingegen strahlte im Zielraum. "Irgendwie war es technisch doch nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber ich habe probiert, dass ich Gas gebe, und als im Ziel der vierte Platz gestanden ist, mittlerweile der fünfte, war ich überglücklich", meinte die Vorarlbergerin im ORF-Interview. An die Weltmeisterschaften habe sie aber nicht gedacht. "Im Ziel war ich nur froh, dass es eine gute Zeit war. Was dann rauskommt, schauen wir. Ich bin erstmal froh, dass es jetzt geklappt hat."

Tippler, zuletzt in Crans-Montana Zweite hinter Gut-Behrami, war nicht ganz glücklich mit ihrer Fahrt. "Es ist das Alzerl zu wenig, würde ich sagen. Heute habe ich den Ski doch ein bisschen zu viel gehalten, hätte ihn noch mehr runtertreten können", sagte die Steirerin. "Man hat gesehen, unten kann man noch Zeit gut machen. Wenn ich das gemacht hätte, wäre ich zufrieden, jetzt ist es so mittelmäßig okay."

Fast dieselbe Wortwahl verwendete bei seinem Resümee Damen-Rennsportchef Christian Mitter für die gesamte Truppe. "Man erwartet sich einfach im Super-G mehr", sagte der Steirer. Es sei mehr drinnen gewesen, "das ist ein bisschen schade, dass wir das nicht genutzt haben". Im Super-G-Team für die WM müsse "Potenzial für das Podium da sein. Da kann man sich die Resultatslisten anschauen, dann gibt es eh die üblichen Verdächtigen. Wenn man zwei-, dreimal gezeigt hat, dass es aufs Podium raufgehen kann, dann passt es." Grundlage seien jedenfalls die Leistungen in dieser Saison, Bonus für lange zurückliegende Siege werde es keine geben.

Für Gut-Behrami war es der 29. Weltcup-Sieg, der 15. im Super-G und der dritte in dieser Saison. Im Gesamt-Ranking kam sie der Führenden Petra Vlhova, die am Samstag Platz zehn belegte, bis auf 62 Punkte nahe. Gut-Behrami überholte ihre Landsfrau Michelle Gisin, die das Garmisch-Wochenende trotz Aussichten auf ihre erste große Kristallkugel auslässt.

"Vor ein paar Monaten hat man mich noch gefragt, ob ich überhaupt in der Lage bin, Rennen zu gewinnen, und jetzt spricht man über den Weltcup. Es zeigt einfach, wie schnell alles im Sport gehen kann", sagte Gut-Behrami. "Es war nicht so leicht zu fahren, es fühlte sich schmierig an. Das Gefühl war alles andere als gut. Ich habe einfach probiert, den Ski laufen zu lassen und eine ziemlich enge Linie zu fahren."

Am Sonntag gibt es in Garmisch einen weiteren Super-G (11.00 Uhr/live ORF 1). Die eigentlich geplant gewesene Abfahrt musste verschoben werden, da wetterbedingt die dafür vorgeschriebenen Trainingsläufe nicht stattfinden konnten.

(APA)

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