"Grünes Gas" entzweit Gasverband und Global 2000

Bei der morgigen Landeshauptleutekonferenz soll - neben dem alles bestimmenden Thema Corona - auch die Wärmestrategie und der Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen ein Thema sein. Dazu hat die Umweltschutzorganisation Global 2000 schon im Vorfeld festgehalten: Grünes Gas im Wärmebereich sei nicht Teil der Lösung, erneuerbares Gas sei in Österreich knapp und reiche daher nicht für die Raumwärme aus. Prompt kam der Konter des Fachverbandes der Gas- und Wärmeversorger.

"Das ist schlicht und einfach falsch", betonte Verbands-Geschäftsführer Michael Mock heute in einer Aussendung. Er verweist auf Studien der Johannes-Kepler-Universität Linz, der Montanuniversität Leoben oder von Bioenergy 2020+, die belegen würden, dass Österreich über ein Potenzial von rund sechs Milliarden Kubikmeter Grünes Gas verfügt. "Vier Milliarden Kubikmeter Biomethan und etwa zwei Milliarden Kubikmeter Wasserstoff. Allein das heimische Biomethanpotenzial von bis zu vier Milliarden Kubikmeter würde ausreichen, um den heutigen jährlichen Verbrauch von Gasheizungen von etwa 1,2 Milliarden Kubikmetern abzudecken", rechnete Mock vor.

Global 2000 wiederum sieht sich durch den Fachverband bestätigt. "Die Gaswirtschaft hat letzte Woche selbst in einer Aussendung bestätigt, dass ein 100%iger Ersatz von fossilem Gas durch erneuerbares Gas aus Österreich nicht möglich ist. In der Aussendung vom 18.11. heißt es: 'Österreichs Potenzial an Biomethan und Wasserstoff wird für den 100prozentigen Ersatz von fossilem Gas nicht ausreichen'", so Klimasprecher Johannes Wahlmüller zur APA. Äcker seien ohnehin schon intensiv genutzt, "es gibt somit nur ein geringes Potenzial".

Die Sichtweise von Global 2000 sei zuletzt durch eine Studie im Auftrag des Klimaschutzministeriums gestärkt worden. Demnach seien vorrangig jene Sektoren mit grünem Gas zu versorgen, die aus technischen Gründen keine Substitutionsmöglichkeiten zu gasförmigen Energieträgern aufweisen. "Die Gaswirtschaft rufen wir auf, die Desinformationskampagne einzustellen, das Greenwashing zu beenden und Fakten endlich zur Kenntnis zu nehmen", so der Appell von Wahlmüller.

(APA)

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