Grüne Vorarlberg: Baurohstoffstudie kein Freibrief für Raubbau

Der Umweltsprecher der Vorarlbergerg Grünen warnt vor Raubbau an der Natur durch die Baurohstoffgewinnung.
Der Umweltsprecher der Vorarlbergerg Grünen warnt vor Raubbau an der Natur durch die Baurohstoffgewinnung. ©handout/Grüne; VN/Hartinger
Der Umweltsprecher der Vorarlberger Grünen, Christoph Metzler fordert eine Minimierung von Rohstoff-Exporten und mehr Recycling.
Vorarlberg benötigt mehr Schotter

„Die von Landesstatthalter Rüdisser präsentierte Bedarfsstudie für Gesteinsabbau ist kein Freibrief für Naturraubbau. Bei allen Gesteinsabbauten haben Natur- und Landschaftsschutz, Grundwasserschonung und Anrainerinteressen immer Vorrang“, stellt der Grüne Umweltsprecher Christoph Metzler klar. Metzler appelliert für einen schonenden Umgang mit der Ressource mineralischer Rohstoffe und fordert, Recycling auszubauen.

Bedarf unverändert

Die Statusanalyse „Raumordnung und Rohstoffsicherung in Vorarlberg“ von 2003 belege, dass der Bedarf an Baurohstoffen in den letzten Jahren nicht wesentlich gestiegen ist. „Der Bedarf von ca. 10 Tonnen pro Einwohner und Jahr entspricht dem österreichweiten Normalwert. Es gibt daher keine Grund jetzt kompromisslos neue Abbaubewilligungen zu erteilen“, so Metzler.

Rapide gestiegen seien hingegen die Baurohstoff-Importe, Exporte und Transitfahrten durch das Land. „Dem muss entgegnet werden, denn das hat eine unzumutbare Verkehrsbelastung zur Folge“, so Metzler. Export, Import und Transit machen zusammen rund 1.500.000 Tonnen pro Jahr aus. Das entspricht mehr als 1/3 des Jahresverbrauchs an Baurohstoffen in Vorarlberg und ist eine Verdreifachung seit 2003. „Alle Transporte sind möglichst umweltschonend zu organisieren, etwa mit Gegenfuhren, per Bahn oder per Schiff“, so Metzler weiter.

Mehr raumplanerischer Mut

Jegliche Gesteinsabbauten seien natur- und landschaftsschonend vorzunehmen. Des weiteren seien Rücksicht auf AnrainerInnen und der Erhalt der Lebensgrundlage Grundwasser wesentlich. „Bevor neue Eingriffe in die Natur vorgenommen werden, müssen jedenfalls bereits bestehende Standorte für den Abbau genutzt werden“, so Metzler.

Bezüglich Neugenehmigungen und Erweiterungen an bestehenden Standorten fordert Metzler mehr raumplanerischen Mut – wie dieser schon in der Studie 2003 gefordert wurde. „Landesstatthalter Rüdisser hat es bisher vermieden, wie in andern Bundesländern gehandhabt, langfristig zu planen, wo ein Abbau im Land sinnvoll und vertretbar ist. Das ist im Zuge des derzeitigen Raumplanungsprozesses für die Entwicklung des Raumbildes Vorarlberg Gebot der Stunde“, schließt Metzler.

Kritik an Grünen kommt von der FPÖ

Die Sicherung der Versorgung mit Kies aus dem Land ist ein wichtiger Faktor für die heimische Bauwirtschaft. Das sollten auch die Grünen erkennen, die jetzt nach Vorliegen der Bedarfsstudie zur Baustoffversorgung in Vorarlberg wieder die unsachliche Naturschutzkeule schwingen“, erklärt der FPÖ-Wirtschaftssprecher, LAbg. Dr. Hubert Kinz, zur aktuellen Diskussion rund um die Versorgung mit Kies und Gestein im Land.

„Bei der jüngsten Präsentation der Halbjahresbilanz der Bauwirtschaft wurde auf den Mangel an Rohstoffen im Land aufmerksam gemacht. Die Bedarfsstudie des Landes kommt nun zum selben Ergebnis. Wir unterstützen daher Landesstatthalter Rüdisser, wenn sich dieser für neue Abbaugenehmigungen ausspricht. Wenn von den Experten ein massiver Rückgang der Abbaumengen im Land prognostiziert wird, dann muss rasch gehandelt werden. Die Sicherung einer funktionierenden Selbstversorgung mit Kies und Gestein ist nicht nur für den Standort entscheidend, sondern verhindert gleichzeitig auch Importe mit langen Transportwegen. In Notfällen, etwa bei Hochwasser, sind im Land sofort verfügbare Wasserbausteine Grundlage für die Sicherheit der Menschen. Das scheinen die Grünen mit ihrer reflexartigen Ablehnung neuer Abbaugenehmigungen trotz der dramatischer Überschwemmungen der letzten Jahre bewusst auszublenden“, so Kinz.

FPÖ sieht sich als verlässlicher Partner

„Ich erwarte mir, dass aus der nun vorliegenden Bedarfsstudie die richtigen Schlüsse gezogen und rasch weitere Schritte zur Lösung des sich abzeichnenden Rohstoffproblems gesetzt werden. Im Gegensatz zum Grünen Koalitionspartner haben Landesstatthalter Rüdisser und auch die Wirtschaft mit uns einen verlässlichen Partner in dieser Frage“, betont der FPÖ-Wirtschaftssprecher abschließend.

(red)

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