Großer Zuspruch für IfS-Bereitschaftsdienst

2.716 Menschen haben sich im vergangenen Jahr Rat und Unterstützung bei der Beratungsstelle Feldkirch des Instituts für Sozialdienste geholt – 2.326 davon zum ersten Mal. Ein Großteil nimmt den Bereitschaftsdienst in Anspruch.

Menschen in Krisensituationen finden in der IfS-Beratungsstelle Feldkirch immer ein offenes Ohr für ihre Schwierigkeiten. Von Montag bis Freitag von 8.00 bis 12.00 und von 13.00 bis 17.00 Uhr steht mindestens eine Fachperson, die ein erstes Gespräch anbieten kann, zur Verfügung. „Dabei ist es egal, um welches Problem es sich handelt oder warum jemand zu uns kommt, – für ein Orientierungsgespräch muss immer Zeit sein“, betont Beratungsstellen-Leiter Klaus Dünser.

In den vergangenen Jahren hat die IfS-Beratungsstelle Feldkirch den Bereitschaftsdienst kontinuierlich verbessert – mit dem Ziel „noch leichter für Klienten und Klientinnen erreichbar zu sein.“ Dünser: „Die Angebote im sozialpsychologischen Bereich sind sehr spezialisiert. Für den einzelnen Hilfesuchenden wird es immer schwieriger zu überblicken, wohin er sich mit seinem Problem wenden soll.“ Das IfS versteht sich deshalb auch als zentrale Anlaufstelle, die gegebenenfalls an die richtige Stelle weitervermittelt. Klaus Dünser: „Eine erste Hürde ist damit schon genommen.“ Die Zahlen belegen, dass dieses Konzept Zuspruch findet: Immer mehr Menschen suchen Rat und Hilfe im IfS- Haus im Ganahl-Areal in Feldkirch. 14. 2.716 Klienten und Klientinnen waren es 2003, um 16 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Steigende Zahl Ratsuchender

„Eine schöne Zahl, vor allem wenn man bedenkt, dass mehr als die Hälfte unserer Klienten und Klientinnen über persönliche Empfehlung zu uns kommt“, berichtet der Leiter der Feldkircher Beratungsstelle. Dennoch ist seine Freude getrübt. Denn obwohl die Zahl der Anfragen kontinuierlich steigt, bleiben die personellen Kapazitäten gleich. Dünser: „Empfehlungen wie Effizienzsteigerung und Lösungsorientierung sind in unserer Arbeit selten hilfreich. Gute Gespräche lassen sich nicht beschleunigen.“

Das Maß, auf wie viele Menschen sich ein Berater vertrauensvoll einlassen kann, sei überdies begrenzt. „Erstes Bestreben muss es sein, eine gute Beziehung zum Klienten herzustellen. Denn ohne Vertrauensbasis geht nichts. Ist das nicht mehr möglich, leidet die Qualität unserer Arbeit“, gibt Dünser zu bedenken.

Trennungsberatung und Psychotherapie

2003 ist vor allem die Nachfrage nach Trennungs- und Scheidungsberatung gestiegen. Dünser: „Dahinter steht die begrüßenswerte Entwicklung, das immer mehr Paare eine einvernehmliche Lösung ihrer Beziehung anstreben und deshalb einen Berater oder Mediator bei uns suchen.“

Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema Opferschutz schlägt sich auch in den Anmeldungen der IfS-Beratungsstelle Feldkirch nieder. „Gerade im Bereich Psychotherapie haben wir im vergangenen Jahr eine deutlich stärkere Nachfrage von Menschen mit Gewalterfahrungen verzeichnet“, berichtet der Sozialarbeiter.

Immer schwieriger werde die Situation für Migrantinnen und Migranten mit aufenthalts- oder arbeitsrechtlichen Problemen. Dünser: „Die politische Entwicklung lässt den rechtlichen Spielraum enger werden. Leider gibt es aber noch keine Lobby für diese Menschen.“

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