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Grüne fordern Änderungen im Pflegebereich

Bregenz - Die Sozialsprecherin der Grünen Katharina Wiesflecker geht mit der Vorarlberger Pflegepolitik hart ins Gericht. Sie ortet Personalmangel, Bettenengpässe und Strukturprobleme. Die Maßnahmen der Regierung seien zur Lösung der Probleme jedoch untauglich.
Attacken entbehren jeder Grundlage

„Die Landesregierung wirkt hilflos“, beschreibt die Sozialsprecherin der Grünen, LAbg. Katharina Wiesflecker, die Vorarlberger Pflegepolitik. „Die Regierung betreibt Einzelfallbehandlung und Symbolpolitik. Mittel- und langfristige Strategie sehe ich keine.“ Dabei würden die Probleme klar auf dem Tisch liegen, so Wiesflecker. „Personalmangel, Bettenengpässe, Strukturprobleme.

Personalmangel

Noch vor zwei Jahren hätten Heimbetreiber es zum Teil verweigert mehr Personal anzustellen, aufgrund des öffentlichen Drucks und der Qualitätssicherung geschehe es nun, sie finden aber kein Personal mehr. Wiesflecker erklärt, dass eine 46-jährige Umsteigerin oder aufgeschulte Mitarbeiterin im Pflegebereich etwa 600,– Euro weniger verdiene als im Krankenhaus. Die Entscheidung würde hier auf der Hand liegen.

Wiesflecker fordert deshalb im Bereich der Pflege bei den gleichen Marktchancen anzusetzen. „Ohne Angleichung der Gehälter zwischen Spital und Pflege werden die Personalprobleme nicht gelöst werden können“, ist die Abgeordnete überzeugt.

Engpässe – zu wenig Betten im stationären Bereich

Wenn Langzeitpflege im stationären Bereich und erhöhte Nachfrage nach Urlaubsbetten, für Kurzzeitpflege und für Übergangspflege benötigt werden sei man mit Engpässen konfrontiert. Wiesflecker sieht dabei eine Häufung in den nächsten Jahren. Faustregel sei: 3,5% der Betten sollten für Kurzzeitpflege zur Verfügung stehen.

Als Strategien stellt Wieflecker in Aussicht die strengen Bestimmungen im Pflegeheimgesetz bzw. in der zugehörigen Verordnung zu lockern und für kurzfristige Engpässe eine Zweierbelegung der Zimmer zulassen. Dies sei in informellen Gesprächen Anfang September auch überparteilich Konsens gewesen. Bei Neubauten sollte dies in den Zimmergrößen Berücksichtigung finden.

Kleine Heime in Vorarlberg

Vorarlberg leiste sich kleine Heime, das könne Qualität darstellen, muss aber nicht. Problem dabei sei, dass die Heime nicht wirtschaftlich geführt werden können. Es zeige sich, dass „optimale“ Heimgrößen in den Größenordnungen von 50 – 60 Betten sind. Zweites Problem sei, dass sich solch kleine Heime oft keine Pflegedienstleitung leisten kann oder wenige personelle Flexibilität hat.

Bei den Neubauprojekten zeigt sich, dass bei fünf Projekten von 11 geplanten lediglich Kapazitätserweiterungen von à 30 Betten geplant sind. Wieflecker hinterfragt deshalb, ob nicht stationäre Einrichtungen in Größenordnungen geplant werden müssen, die wirtschaftlich gut führbar sind.

Wiesflecker weist dabei auf das Beispiel Kummenberg hin. Das Versorgungsheim Koblach wird als Filiale von Götzis geführt und Mäder kooperiert mit den Sozialdiensten Altach. Geplant sei aber, dass Koblach neue Kapazitäten in der Größenordnung von 30 Betten mit Baubeginn 2013 baut und Mäder dann als nächstes dran kommen soll. Es sei nicht verständlich, dass man mitten im dicht besiedelten Rheintal nicht gleich ein Haus mit 50 – 60 Betten schafft und betreute Wohnformen anschließt. Schon in Planungsphasen müssten Gemeinden viel mehr kooperieren und gemeinsame Lösungen anstreben, so Wiesflecker.

BENEVIT ist schuld

Das Vertrauen in die Gesellschaft sei schwer angeschlagen. Landesregierung, Gemeindeverband und die Gesellschaft selbst machten es sich zu einfach, in dem sie auf die Opposition zeigen und sagen „Die sind schuld. Die haben den Ruf ruiniert.“ Tatsache sei, dass die enormen pflegefachlichen Probleme, vor allem in Rankweil, BENEVIT selbst verursacht hat.

„Der Gemeindeverband sollte die Benevit überdenken und einen Neustart wagen“, ist die grüne Sozialsprecherin überzeugt. „Die Zukunft liegt meines Erachtens bei Pflege-Regionalgesellschaften für den stationären und den ambulanten Bereich.“

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