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Greta Thunberg wird das Mikrofon entrissen

AP/Reuters
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Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat erneut eine Klimademonstration genutzt, um für die Palästinenser Partei zu ergreifen. Ein Mann sprang vor laufenden Kameras auf die Bühne und nahm das Mikrofon an sich.

Die schwedische Klimaaktivistin sagte am Sonntag bei einer per Livestream übertragenen Kundgebung in Amsterdam, die Klimaschutzbewegung habe die Pflicht, "auf die Stimmen jener zu hören, die unterdrückt sind und die für Frieden und Gerechtigkeit kämpfen".

Thunberg trägt ein traditionelles schwarz-weißes Palästinensertuch um den Hals. ©AP Photo/Peter Dejong

Dann gab Thunberg das Mikrofon an eine Frau weiter, die ebenfalls ein Palästinensertuch trug und behauptete, Israel begehe "in meinem Land einen Völkermord". Israel greife gezielt Krankenhäuser und Zivilisten an, sagte die Frau.

Greta Thunberg rangelt mit dem Mann um das Mikrofon. ©AP Photo/Peter Dejong

Viele Teilnehmer reagierten empört auf die Anschuldigungen. Ein Mann sprang vor laufenden Kameras auf die Bühne und rief ins Mikrofon: "Ich bin für eine Klimademonstration hierher gekommen, nicht, um politische Ansichten zu hören."

Thunberg ist pro Palästina

Thunberg, die Initiatorin der Fridays for Future-Bewegung, rief die Teilnehmer daraufhin auf, Ruhe zu bewahren und skandierte dann mehrfach: "No climate justice on occupied land." ("Auf besetztem Land gibt es keine Klimagerechtigkeit.") Sie spielte damit offenkundig auf die von Israel besetzten palästinensischen Gebiete an.

Es war die bisher größte Klimademonstration in den Niederlanden: Rund 85.000 Menschen waren dabei. ©AP Photo/Peter Dejong

Nach einer ähnlichen Aktion im vergangenen Monat war Thunberg bereits dafür kritisiert worden, dass sie die israelischen Opfer des Massakers der Hamas vom 7. Oktober mit rund 1.200 Toten nicht gesondert erwähnt hatte.

FFF Austria distanziert sich

Fridays For Future Austria hatten sich bereits vor über zwei Wochen nach israelfeindlichen Aussagen auf dem internationalen Instagram-Account der Bewegung klar gegen Antisemitismus ausgesprochen. "Wir als FFF Austria stehen geschlossen gegen Antisemitismus und distanzieren uns daher in aller Deutlichkeit von den Posts dieses Accounts. Der Account wird nicht zentral verwaltet und die geteilten Inhalte werden von einzelnen Aktivisten veröffentlicht, sie unterliegen keinem geregelten Abstimmungsverfahren", hieß es in einer Aussendung. Die Inhalte würden daher weder für die globale FFF Bewegung, noch für FFF Austria sprechen. Einzelpersonen oder einzelne Accounts könnten nicht für die gesamte Bewegung sprechen.

(APA/dpa)

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