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Graue Wölfe in Vorarlberg: FPÖ und Grüne sehen klaren Handlungsbedarf

Das Konfliktpotential zwischen Türken und Kurden beschäftigt nicht nur die Polizei.
Das Konfliktpotential zwischen Türken und Kurden beschäftigt nicht nur die Polizei. ©VOL.AT/Vlach
Am Wochenende kam es zur Gewalt zwischen Schweizer Kurden in Graue Wölfe in Dornbirn. Diese ging dieses Wochenende zwar nicht von den Türken aus, dennoch verlangen FPÖ und Grüne konsequentes Handeln.
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Die Grauen Wölfe gelten als türkische Nationalisten, Kritiker sehen in ihnen türkische Faschisten, sie sich selbst als türkische Idealisten. Die Grauen Wölfe sind Gründungsmitglied der türkischen Konföderation in Europa und auch in Österreich aktiv. Erst diese Woche sorgte ein Funktionär der Grauen Wölfe für Empörung, der das Mauthausen-Denkmal als Bühne für den “Wolfsgruß” nutzte. In Oberösterreich wird der türkische Verein “Avrasya” mit den Grauen Wölfen in Verbindung gebracht.

Dornbirner Verein fällt negativ auf

In Vorarlberg fällt vor allem der Dornbirner Verein “Safak” (Morgendämmerung) negativ auf. So kündigte er im Vorfeld der Aufführung des kurdischen Films “Kanli Postal” an, diese stören zu wollen. Im vergangenen April demonstrierte er gegen das Gedenken der Opfer des Völkermords an den Armeniern in der Kirche Dornbirn-Schoren.

Safak fühlt sich missverstanden

Der
Dornbirner Verein fühlt sich missverstanden
. Man habe kein Problem mit dem Film an sich, befürchtet jedoch, dass mit den Erlösen die als Terrororganisation eingestufte PKK unterstützt wird. Gegen die Kurden an sich habe man keine Vorbehalte, verweist Mehmet Sudar vom Verein “Safak” auf kurdische Mitglieder in den eigenen Reihen. Der Verein habe zwar den Wolf im Logo, Rassismus habe jedoch keinen Platz bei ihnen.

Widersprüchliche Angaben zu Waffen

Sudar erklärt gegenüber WANN & WO, dass die Angreifer mit Messern und einer Feuerwaffe bewaffnet waren, Anrainer berichten von mit Stöcken bewaffneten Personen. Die Polizei erklärt hingegen gegenüber VOL.AT, dass im Rahmen des Einsatzes am Sonntag keinerlei Waffen festgestellt werden konnten.

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Verfassungsschutz sei im ständigen Kontakt

Im Bericht des Bundesamts für Verfassungschutz und Terrorismusbekämpfung sucht man die Grauen Wölfe derzeit vergebens. In Vorarlberg stünden sie jedoch unter Beobachtung des Verfassungsschutzes, heißt es allgemein aus der Landespolizeidirektion. Es gäbe regelmäßigen Kontakt mit den Führungspersönlichkeiten, die Gefährdungseinschätzung werde laufend neu beurteilt. Bei früheren Vorfällen wie der Messerattacke am Rande einer Kurdendemo betonte Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler, dass gewalttätige Ausländer in Vorarlberg nicht geduldet werden.

FPÖ: Waibel fordert null Toleranz

Waibel sieht die Grauen Wölfe in der Verantwortung nach der Gewalt am Sonntag. - VOL.AT/Lerch
Waibel sieht die Grauen Wölfe in der Verantwortung nach der Gewalt am Sonntag. - VOL.AT/Lerch ©Waibel sieht die Grauen Wölfe in der Verantwortung nach der Gewalt am Sonntag. – VOL.AT/Lerch

“Meines Erachtens gibt es nur einen Zugang: Eine Null-Toleranz-Politik”, erklärt der freiheitliche Integrationssprecher Christoph Waibel. Aus seiner Sicht haben die Grauen Wölfe mit der versuchten Verhinderung der Filmvorführung die Gewalt am Sonntag provoziert. Der Verfassungsschutz sei nun endlich gefordert, den Verein mit aller Gründlichkeit zu durchleuchten. Wenn sich die Verdächtigungen erhärten, müsse Schwärzler die angekündigten Konsequenzen auch durchsetzen.

Grüne: Erdogans Politik zeige in Vorarlberg Wirkung

Die Grüne Integrationssprecherin Vahide Aydin dankt der Polizei für die schnelle Reaktion am Sonntag. “Die aktuellen Entwicklungen in der Türkei führen auch bei uns zu einer Zunahme konservativer Vereine”, sieht sie einen überregionalen Zusammenhang. Während es früher auch viele linke bis liberale türkische Vereine gegeben habe, dominieren aus ihrer Sicht nun konservative Zusammenschlüsse. Schuld daran sei nicht zuletzt die Politik Erdogans in den vergangenen Jahren.

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Vahide-Aydn-e1425650108283 ©Integrationssprecherin Vahide Aydin sorgt sich um konservative Strömungen. – Vorarlberger Grüne

Aydin befürchtet einen negativen Einfluss auf die Integrationsdebatte durch die Dominanz sehr konservativer Gruppen. Es stehe natürlich jedem frei, einen Verein zu gründen, betont die Grünen-Politikerin. Man müsse sich aber Gedanken machen, welches Gedankengut dort vermittelt und gelebt werde – und wie zuträglich diese Ideologien für die Integration seien.

Grüne und FPÖ sehen akuten Handlungsbedarf

Aydin sieht hier durchaus die Notwendigkeit, entgegenzusteuern. “Die Frage ist, wann kann eine Mehrheitsgesellschaft eine rote Linie ziehen”, betont die Integrationssprecherin der Grünen gegenüber VOL.AT. Klaren Handlungsbedarf sieht man auch bei den Freiheitlichen. “Bei jeder Form der Gewalt muss man baldmöglichst den Balken herunterlassen”, bekräftigt Waibel. “Es ist dringendst notwendig, die Grenzen klar zu machen und zu erklären, dass dies nicht akzeptiert wird.”

 

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