„Gott hat keine Angst vor dem Neuen“

Bischof Benno Elbs: Chrisammesse im Dom Feldkirch am 30. März 2015.
Bischof Benno Elbs: Chrisammesse im Dom Feldkirch am 30. März 2015. ©Kath. Kirche Vorarlberg/Fehle
Die Chrisammesse, Montagabend im Feldkircher Dom, feierte Bischof Benno Elbs gemeinsam mit den Priestern, Diakonen, Frauen und Männern seiner Diözese. Und die Botschaft der Chrisammesse 2015 war klar: „Gott hat keine Angst vor dem Neuen.“


Feldkirch (PDF) „Wer mit Gottes Geist gesalbt ist, hat keine Angst vor dem Neuen. Das ist ein Gedanke, den Papst Franziskus zum Abschluss der ersten außerordentlichen Familiensynode bei der Seligsprechung Papst Paul VI. formuliert hat. In vielen Bereichen unseres Lebens gibt es rasante Veränderungen – in unseren Ordensgemeinschaften, im Klerus, in der Welt, in unseren Familien, in den verschiedensten Formen des Zusammenlebens in der Gesellschaft. Und es ist wohl so, wie das Sprichwort sagt: ,Wenn die Stürme der Veränderung toben, dann bauen die einen Mauern, die anderen bauen Windmühlen.‘ Es ist wohl die mutigere Form des Umgangs mit der Veränderung, Windmühlen zu bauen, als sich einzuigeln, sich einzumauern“, diese Worten, die einer Ansage gleichkommen, stellte Bischof Benno Elbs an den Beginn seiner Predigt zur Chrisammesse 2015.

„Was kann schon passieren, wenn Gott mit uns ist?“
Dabei betonte Bischof Benno Elbs, dass es nicht um Veränderung rein um der Veränderung willen gehen kann. Allein mit der Stütze des Evangeliums, mit dem festen Vertrauen auf Gott und der Gewissheit, dass Gott bei uns ist, muss vor Neuem nicht gezittert und kann der Mut gefunden werden, neue Wege zu beschreiten. „Wir spüren das in vielen Prozessen der Veränderung – in der Stadtpastoral, in Regionalisierungsprozessen – wieviel da ,gemauert‘ wird, wieviel festgehalten wird an Dingen, die wohl nicht in die Zukunft gehen können. Ich würde mir sehr wünschen, dass hier ein frohes und mutiges Vorangehen ist, im Blick auf das Neue. Was kann denn schon passieren, wenn Gott mit uns geht?“

„Ich will es ganz tun!“
Von diesem Zentrum aus, vom Geist Gottes, der jede/n Getaufte/n begleitet, entfaltete Bischof Benno Elbs dann Ausblicke darauf, was es heißt, ohne Angst auf diesen Geist Gottes zu vertrauen. Wer ohne Angst vertraut, der heilt zerbrochene Herzen, der tröstet, der legt die ,Moralbrille‘, die Brille des Besserwissers ab und sieht allein mit den Augen Jesu. Der wird schließlich selbst zur Mission Gottes. „Mit dem Geist Gottes gesalbt zu sein heißt nicht, ich habe eine Mission, sondern ich bin eine Mission. Das ist ein großer Unterschied. (…) Und ich glaube, auch der priesterliche Zölibat ist ein solches Zeichen, mit dem ich persönlich sage: Ich will es ganz tun! Nicht: ich habe eine Mission, sondern ich bin eine Mission. Und ich glaube, jeder und jede von uns ist aufgerufen zu dieser Mission, wie sie Papst Franziskus beschreibt. Sie besteht darin, Licht zu sein, zu segnen, zu beleben, aufzurichten, zu heilen und zu befreien.“

Die Heiligen Öle
Das Motiv des Gesalbten umspannte wie eine thematische Klammer die gesamte Chrisammesse 2015 und fand ihre zentrale Entsprechung in der Weihe der Heiligen Öle. Es sind jene Öle, die während des Jahres u. a. bei Taufen, Firmungen, Weihen oder auch bei Krankensalbungen verwendet werden. Die Weihe dieser Heiligen Öle erinnert daran, dass alle getauften Christen und Christinnen Gesalbte und dadurch mit Christus verbunden sind. Sie sind Zeichen für die Gemeinschaft, deren Teil sie sind.
Besonders ist die Chrisammesse aber auch deshalb, weil sie den Rahmen für das Erneuerungsversprechen aller anwesenden Priester und Diakone bildet. Vor Bischof Benno Elbs verpflichteten sich die Priester und Diakone, „die Mysterien Christi zum Lobe Gottes und zum Heil des Volkes zu feiern, die Frohe Botschaft zu verkünden, den Armen, Kranken, Heimatlosen und Notleidenden beizustehen und sich täglich enger mit Christus zu verbinden.“

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst schließlich durch Sänger/innen der Kirchenchöre des Dekanats Feldkirch und Domorganist Johannes Hämmerle. Unter der Leitung von Domkapellmeister Benjamin Lack stand die „Missa Chrismatis“ von Karl-Bernhardin Kropf auf dem Programm.

 

Quelle: Kath. Kirche Vorarlberg/Fehle

 

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