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Gotovina-Festnahme: Erneut Ausschreitungen

In der Heimatstadt des auf der Kanaren-Insel Teneriffa festgenommenen kroatischen Ex-Generals Ante Gotovina ist es in der Nacht auf Sonntag zum dritten Mal in Folge zu Ausschreitungen gekommen.

Wie die Zeitung „Vecernji list“ berichtete, bewarf eine kleinere Gruppe von Demonstranten das Gebäude der Regierungspartei HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) in Zadar mit Steinen.

Zwei Glasscheiben gingen zu Bruch. Auch wurden Container angezündet. An einem anderen Ort im Zentrum von Zadar protestierten laut der Zeitung mehr als tausend Menschen.

In Split wurden am Sonntag rund 100.000 Menschen zu einer Kundgebung erwartet. Der Veranstalter, die größte Organisation von Kriegsinvaliden in Kroatien (Hvidra), erklärte dass die Kundgebung als Unterstützung Gotovinas aber nicht als Protest gegen die Regierung gedacht sei. Gotovina sei aus Sicht der Kriegsinvaliden in allen Punkten der Anklage des UNO-Kriegsverbrechertribunals für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag unschuldig. Der 50-Jährige Ex-General war in der Nacht auf Donnerstag auf spanischem Boden festgenommen worden. Eines Tages musste es ja passieren“ war laut einer Reportage der spanischen Tageszeitung „El Pais“ vom Wochenende die erste Reaktion Gotovinas.

Dem Ex-General könnte dabei einer seiner gefälschten Reisepässe zum „Verhängnis“ geworden sei. Er war zwar auf den Namen Kristijan Horvat ausgestellt, Geburtsdatum und -ort waren aber laut „El Pais“ mit den tatsächlichen Daten Gotovinas ident. Die kroatische Zeitung „Novi list“ vermutete jedoch, dass es sich bei der Festnahme um eine „Aufführung“ für die Medien gehandelt hat.

Der General soll für den Tod von 150 Serben und die Vertreibung von 150.000 Menschen bei der kroatischen Offensive zur Rückeroberung der Krajina 1995 verantwortlich sein. Laut „Vecernji list“ soll Gotovina am Montag um 12.45 Uhr vor dem Tribunal erscheinen.

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