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Goldener Lolly oder saure Zitrone

Die Volksschüler belohnten umsichtige Fahrer mit einem Lolly, für "Raser" gab es eine saure Zitrone.
Die Volksschüler belohnten umsichtige Fahrer mit einem Lolly, für "Raser" gab es eine saure Zitrone. ©Laurence Feider
Süß-saure Verkehrsaktion

Die Oberdorfer Volksschüler baten Autofahrer um rücksichtsvolles Fahren.

Dornbirn. Welchem Autofahrer rutscht nicht das “Herz in die Schuhe” wenn er in eine Polizeikontrolle gerät? Hektisch sucht man nach den Papieren und überlegt, ob man eventuell zu schnell unterwegs, nicht richtig angegurtet ist oder Ähnliches. So dürfte es auch den Autofahrern ergangen sein, die letzten Montag und Dienstag kurz nach acht Uhr Richtung Oberdorf unterwegs waren. Einer nach dem anderen wurden sie in der Sebastianstrasse und der Bergstrasse auf Höhe der Volksschule Oberdorf gestoppt und mussten zur Seite fahren.

Das Besondere war, dass die Verkehrspolizisten diesmal Oberdorfer Schülerlotsen als Assistenten dabei hatten. In Zweiergruppen gingen sie auf die überraschten Autofahrer zu und klärten sie über den Hintergrund der Verkehrsaktion auf. “Wir möchten einen sicheren Schulweg und bitten Sie die Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 km/h einzuhalten und umsichtig zu fahren”, waren die Anliegen von Laurin und Co. Anschließend teilten die Volksschüler den morgendlichen Autofahrern die per Laserpistole gemessene Geschwindigkeit mit. Nach dem Motto “Süßes oder Saures” gab es für eine korrekte, umsichtige Fahrweise einen goldenen Lolly, für zu schnelles Fahren eine saure Zitrone von den jungen Verkehrsaktivisten.

“Ich finde diese Aktion super. Ich fahre jeden Morgen an der Schule vorbei und werde darauf achten, in Zukunft besonders rücksichtsvoll zu fahren.”, meinte ein “Lolly-Fahrer”. Die “Raser” waren einerseits erleichtert, dass sie diesmal mit einer Zitrone statt einem Strafzettel davonkamen, andererseits aber auch peinlich berührt und versprachen Besserung. “Die Aktion entstand aus einem Bedürfnis der Oberdorfer Volksschüler nach mehr Sicherheit auf dem Weg zur Schule, das sich bei der letztjährigen Schülerbefragung herauskristallisiert hat. Wer könnte die Autofahrer wohl besser zur Umsicht motivieren als die Schüler selbst?”, erläutert Cornelia Linder von der Stadt Dornbirn die Hintergründe der süß-sauren Verkehrsaktion.

VN-Umfrage: Wie haben die Autofahrer auf eure Aktion reagiert?

Claire, 10 Jahre
Die Autofahrer, denen wir einen Lolly geschenkt haben, haben sich natürlich gefreut. Die anderen waren auch nicht böse, sondern eher erleichtert. Ich denke sie werden sich an uns erinnern und in Zukunft langsamer fahren. Insgesamt haben wir aber mehr Lollys verschenkt.

Anton, 10 Jahre
Es war cool, gemeinsam mit den Polizisten die Geschwindigkeit zu messen. Die meisten Autofahrer haben positiv reagiert. Ich denke, es ist wichtig, dass sie auf uns Schüler achten, die Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten und auch beim Zebrastreifen stehen bleiben.

Nicolas, 10 Jahre
Einem Autofahrer mussten wir eine “Doppel-Zitrone” geben, da er mit 49 km/h viel zu schnell unterwegs war. Er war selber schockiert und hat uns versprochen eine Zitrone als “Mahnmal” im Auto liegen zu lassen und in Zukunft langsamer zu fahren.

Selin, 9 Jahre
Gott sei Dank durften wir heute mehr Lollys als Zitronen verteilen. Die meisten Autofahrer waren freundlich und haben unsere Aktion für einen sicheren Schulweg toll gefunden. Ein Herr war so begeistert, dass er uns sogar 5 Euro für die Klassenkassa gegeben hat.

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