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Goldener Herbst setzt sich fort

(VN) Bregenz - Nicht nur dieses, auch das kommende Wochenende soll außergewöhnlich mild werden. Arnold Tschofen (ZAMG) erklärt im VOL.at-Interview, wieso dem so ist und wie es mit dem "Winterwetter" weiter gehen wird.
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Schoppernau, auf 839 Meter Seehöhe gelegen, am gestrigen 4. November. Die Quecksilbersäule klettert auf unglaubliche 20,9 Grad. Damit war das 934 Seelen zählende Dorf am Freitag die drittwärmste Vorarlberger Kommune. Nur in Bludenz und Feldkirch war es noch wärmer. Da wurden 21,2 Grad gemessen.

Frühling im Herbst

Es ist derzeit so, als feierten Oktober und November die Rückkehr zum Frühling. „Noch nie seit den regelmäßigen wissenschaftlichen Aufzeichnungen von Tagestemperaturen im Jahre 1948 war es um diese Zeit über Wochen hinweg so warm“, kommentiert Wettertechniker Arnold Tschofen das T-Shirt-Klima kurz vor Beginn des Winters. „Das ist unglaublich“, versteigt sich Tschofen zu einer gar unwissenschaftlichen Bemerkung. Bezüglich Tageshöchsttemperatur gab es freilich schon wärmere Tage. So wurden am 5. November 1994 in Vorarlberg bereits 25,4 Grad gemessen, auf 23, 3 Grad kletterte die Quecksilbersäule im Jahre 1968.

Natur leidet nicht

Viele Menschen freuen sich über die Verlängerung des goldenen Herbstes. Und auch die Natur leidet unter dem warmen Wetter nicht. „Für die Natur ergab sich ja kein plötzlicher Unterbruch von einer Wetterphase in die nächste“, erklärt Biologe Klaus Zimmermann. „Es ist die Verlängerung eines milden Herbstes“, ergänzt der Experte. Und sieht sogar Vorteile. „Bestimmte Tiere haben mehr Zeit, sich für den Winter Reserven anzufressen. Zum Beispiel die Igel. Für die gibt es derzeit noch genug Futter.“ Viel schlimmer sei laut Zimmermann ein plötzlicher Warmwettereinbruch im Winter. Und noch ärger ein Kälteeinbruch im Frühling, wenn alles schon zu blühen begonnen hat und ein plötzlicher Temperatursturz der Vegetation große Schäden zufügen kann.

Kein Kunstschnee

Noch nicht dramatisch ist die Situation auch in den Skigebieten, wo das warme Wetter derzeit keine Kunstschneeproduktion zulässt. „Wir haben bereits einiges an Kunstschnee produziert“, erzählt Michael Manhart, Seilbahnchef aus Lech. Ins­gesamt seien es 30 Depots zu je 1000 Kubikmeter. „Natürlich ist das alles noch viel zu wenig. Aber wir stehen zeitlich noch nicht unter Druck. Erst wenn sich bis um den 20. November herum an der Wetterlage nichts ändern sollte, würde es langsam ungemütlich“, betont Manhart. Viel Grund zur Beruhigung hat der Seilbahnpapst vom Arlberg nicht. An der Großwetterlage ändert sich bis auf absehbare Zeit gar nichts. „Es bleibt auf alle Fälle mild“, verkündet Tschofen. Bis kommenden Mittwoch werde es zwar Wolken und womöglich ein paar Tropfen Regen geben. „Ab Mittwoch scheint dann wieder die Sonne. Und aus heutiger Sicht wird auch das Wochenende vom 12./13. November sehr mild“, prognostiziert Tschofen.

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