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Glückliche Kindheit oder Anforderungswahn

Mag. Theresia Sagmeister mit Referentin  Dr. Christiane Kohler-Weiss
Mag. Theresia Sagmeister mit Referentin Dr. Christiane Kohler-Weiss
Gastvortrag „Das perfekte Kind“

Bregenz. In der Reihe “Wertvolle Kinder” hielt Dr. Christiane Kohler-Weiss im Kinderdorf Kronhalde ein Plädoyer wider den Anforderungswahn.

Die Leiterin des Fachbereiches Familienimpulse Mag. Theresia Sagmeister begrüßte die rund 100 interessierten Gäste im Turn- und Veranstaltungssaal des Vorarlberger Kinderdorfes zum Vortrag “Das perfekte Kind” von Dr. Christiane Kohler-Weiss.
Die Gastreferentin, selbst Mutter von drei Kindern und Pfarrerin in Meckenbeuren, betonte gleich zu Beginn, dass wir heute in einer Leistungsgesellschaft leben, die hohe Anforderungen an uns stellt und die auch vor unseren Kindern nicht Halt macht. Ebenso wünschen und erwarten sich Eltern oft viel zu viel von ihren Kindern, um glücklich und stolz auf sie sein zu können. Eltern wollen ihre Kinder nach eigenen Vorstellungen formen und ihnen mitgeben, was ihnen persönlich wichtig ist. In Anbetracht der Ansprüche der modernen Gesellschaft haben sich auch die Anforderungen an die Kinder radikal verändert. Dies führt für viele Kinder zu einer permanenten Überforderung.
Eltern wollen es richtig machen, natürlich! Aber der Anforderungsdruck ist gewaltig – und was ist eigentlich richtig? Musik im Mutterleib? Babyschwimmen? Fremdsprache in der Kindergruppe? Ständig müssen Eltern entscheiden, sorgen, coachen, denn: möglichst perfekt soll es sein – das Kind genauso wie das ganze Leben! Darüber vergessen wir, dass es zunächst vor allem Vertrauen und Liebe sind, die wir brauchen.
Die Überforderung äußert sich vor allem in dem Gefühl, nie genug für das eigene Kind getan zu haben: Ist es wirklich o.k., wenn mein Kind nicht in die musikalische Früherziehung geht? Bringt ein LRS-Training in der 5. Klasse überhaupt noch etwas? Sind wir mit den Fördermaßnahmen nicht schon zu spät dran?
Der Perfektionszwang zeigt sich vor allem daran, dass Erzieherinnen, Lehrerinnen und oft auch Eltern Kinder vor allem defizitorientiert betrachten. Da wird nicht mehr gesehen, dass es normal ist, als Mensch Stärken und Schwächen zu haben, sondern jede Schwäche eines Kindes löst bei den Eltern die Angst aus, ihr Kind könnte in der Welt womöglich nicht bestehen.
Auch bei all den wichtigen schulischen Entscheidungen, die man als Eltern für das Kind bzw. mit ihm fällen sollte, klappt nicht immer alles wie erhofft. Ein schlechtes Gewissen und Enttäuschung sind die Folge. Christiane Kohler-Weiss wollte aber von dem schlechten Gewissen, nicht genug für das eigene Kind zu tun, entlasten.
(tok)

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