Globalisierung brachte Aufschwung

Rund 300 Ehrengäste aus aller Welt und die gesamte Bevölkerung haben am Mittwochabend in der liechtensteinischen Hauptstadt Vaduz 200 Jahre Souveränität des Fürstentums gefeiert.

Die Globalisierung mit ihren internationalen Handelserleichterungen habe es Liechtenstein erlaubt, die Unabhängigkeit zu bewahren und einen einzigartigen wirtschaftlichen Aufschwung vom armen Agrarstaat zum international erfolgreichen Industrie- und Finanzstandort zu schaffen, sagte Erbprinz Alois Philipp in seiner Festansprache.

Vor dem offiziellen Festakt luden Fürst Hans-Adam II. und Erbprinz Alois Bundespräsident Heinz Fischer, dessen Schweizer Amtskollegen Moritz Leuenberger und den Liechtensteiner Regierungschef Otmar Hasler zu einem Empfang in die fürstliche Hofkellerei. Dieser ungewöhnliche Auftakt brachte den wetterbedingt erhitzten Staatsoberhäuptern angenehme Abkühlung und wurde zu informellen Gesprächen genutzt. Fischer verwies auf die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und Liechtenstein und gratulierte dem Fürstentum zu 200 Jahre Souveränität: „Ich wünsche der Bevölkerung dieses Landes, dass die Unabhängigkeit auch in Zukunft bestehen bleibt.“

Glück, Gottes Fügung, weise Entscheidungen zur richtigen Zeit, den Mut, den eigenen Weg zu gehen, und die Bereitschaft, sich dabei anzustrengen nannte Erbprinz Alois in seiner Festrede die wichtigsten Faktoren für den Erfolg Liechtensteins. Die Rezepte für eine glückliche Zukunft blieben grundsätzlich dieselben wie in der Vergangenheit, betonte der Erbprinz: „Wir müssen uns weiter anstrengen, wir müssen den Mut haben, unsere eigenen Wege zu gehen und wir brauchen weise Entscheide, welche Richtung wir dabei einschlagen sollen.“ Als Bereiche, in denen grundlegende Entscheidungen notwendig sein werden, nannte er die Bildung, die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, die soziale Vorsorge, die Umwelt und die gesellschaftliche Integration.

Der Liechtensteiner Landtagspräsident Klaus Wanger dankte den Bundespräsidenten der Schweiz und Österreichs für die gutnachbarschaftlichen und partnerschaftlichen Beziehungen, „die immer geprägt waren von der Bereitschaft, dem bedeutend kleineren Nachbarn eine Plattform für seine Weiterentwicklung zu bieten“. Als eine der größten Herausforderungen für das Fürstentum bezeichnete Wanger die Migration und verwies darauf, dass in Liechtenstein Menschen aus 90 verschiedenen Nationen leben. „Die Integration dieser Menschen stellt große Herausforderungen an das Bildungssystem, an die soziale Ordnung und an den Rechtsstaat.“

Trotz der drückenden Hitze genossen die 300 Ehrengäste den Jubiläumsumzug in Vaduz, an dem sich über 1.000 Teilnehmer aus allen Gemeinden des Fürstentums beteiligten. Anhand von Bildern zum Thema „Souveränität von innen nach außen“ wurde die wechselvolle Geschichte des Fürstentums dargestellt. Zum Abschluss gab es ein opulentes Festmahl.

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