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Glück hat Konjunktur, der Irrweg dazu ebenso

Lech - Rausch, Sucht und Gelassenheit – beim diesjährigen Philosophicum Lech ging es letztlich nicht nur um unterschiedliche Definitionen von Glück seit der Antike, sondern auch um die ganz konkrete, um nicht zu sagen alltägliche Glückssuche in der Gegenwart.

Als Beispiel dafür, dass Philosophen und ihre Zuhörer durchaus geerdet agieren, darf angeführt werden, dass sich der am Samstag unmittelbar neben dem Veranstaltungsort ausgetragene Viehmarkt als Pausenattraktion erwies. Dass das Thema des 16. Philosophicum, das man am Sonntag verriet, geradezu ergänzend wirkt, dürfte ein Zufall sein, 2012 lautet der Titel jedenfalls „Tiere. Der Mensch und seine Natur“.

Der Psychiater Reinhard Haller erinnerte daran, dass eben dieser Mensch nicht nur auf Glücksformeln oder -ratgeber setzt, sondern auch auf Glückspillen bzw. Drogen, mit denen ein Umsatz erreicht wird, der jenen vom Erdöl übersteigt. Wer angesichts zahlreicher von Zeit zu Zeit genussorientierter oder betäubungswilliger ­Künstler – zu denen auch Goethe zählte – immer noch einer bewusstseinserweiternden Wirkung von Rauschmitteln nachhängt, den verwies er darauf, dass sie die Hirnforschung und Psychopathologie inzwischen klar verneint. Die nach außen gerichtete, ehrliche, emotional bereichernde Sehnsucht dürfe nicht als Sucht entgleisen. Während Haller nach einem spannenden Abriss aus Medizin- und Geistesgeschichte (der wie alle Pilosophicum-Referate in einer Publikation nachzulesen ist) zum Schluss kommt, dass Verzicht eben doch ein wenig glücklich macht, sieht die Soziologin Sabine Meck im Achtsamkeits- und Gelassenheitstraining (etwa auch auf Basis der von den Kirchenvätern verfolgten Mystikerinnen) einen möglichen Ausweg aus dem Irrweg zum Glück.

(VN)

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