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Glasbau – ein Beruf mit Durchblick

Glasbautechniker ist ein Beruf mit Gefühl für das Zerbrechliche
Glasbautechniker ist ein Beruf mit Gefühl für das Zerbrechliche ©Gerty Lang
Luag, was ma wera künnt: Glasbautechniker. Glasbautechniker-Lehrlinge müssen genau sein sowie mathematisch und handwerklich begabt.
In der Glaserei

Dornbirn. Glas zuschneiden, schleifen, bohren, montieren: So sieht der Alltag eines Glasbautechnikers, wie der Lehrberuf seit 2010 heißt, aus. Die Ausbildung dauert drei oder vier Jahre – je nachdem, wie viele Module gewählt werden. Es ist ein Beruf, in dem auch Mädchen ihren „Mann“ stehen. „Beim Schnuppern sah ich, was man mit Glas so alles machen kann. Und, es gibt in diesem Beruf viele Aufstiegschancen“, schwärmt Fabienne Trdin von ihrer Lehre und trainiert, Löcher in die zerbrechlichen Glasscheiben zu bohren. „Auch müssen wir wissen, wie man die Maschine einstellt.“

Mehrere Module

Die Lehre zum/zur GlasbautechnikerIn setzt sich aus einem einheitlichen Grundmodul und einem von zwei Hauptmodulen zusammen, die individuell gewählt werden können: Glasbau und Glaskonstruktion. In der Grundlehre steht die Materiallehre zunächst im Vordergrund. Sie lernen den Werkstoff Glas sowie verwandte Materialien in ihren chemischen und physikalischen Eigenschaften kennen. Sie müssen aber auch Werkzeuge kennen, mit denen sie als GlasbautechnikerInnen arbeiten müssen. Eignungsvoraussetzungen für den Lehrberuf Glasbautechniker sind körperliche Wendigkeit, Genauigkeit, zeichnerische und mathematische Begabung, Teamfähigkeit und handwerkliche Fähigkeiten. „Und natürlich gehört auch eine Portion Gefühl dazu“, schmunzelt die 17-jährige, die derzeit bei OK-Glasbau in Dornbirn ihr 2. Lehrjahr absolviert. „Die Berufsschule ist in Tirol. Mir gefällt dieser Beruf, da es einfach mal etwas anderes ist.“ Yusuf Aksoy ist ebenfalls im 2. Lehrjahr.

„Mein Papa und mein Onkel sind Glaser. Deshalb ist mir die Entscheidung für diesen Beruf nicht schwer gefallen. Ich helfe schon mit beim Auswechseln der Gläser aus alten Fensterrahmen und bin auch manchmal bei den Wintergärten mit dabei. Wenn man auf einem Gerüst steht, heißt es aufpassen.“ Die beiden Lehrlinge sind mit Feuereifer bei der Sache. Dafür sorgt die Montageleiterin Eva Nußbaumer. „Mein Papa ist Tischlermeister und von dem habe ich sehr viel gelernt. Früher war es nicht so einfach, beruflich in einem männlich orientierten Beruf Fuß zu fassen und man wurde belächelt. Heute ist es selbstverständlich. Aber ein ‚Schlappi’ darf man natürlich nicht sein. Weder als Mann noch als Frau.

Um unsere Vision für den Kunden zu realisieren, werden unsere Mitarbeiter auf dem neusten Stand der Technik gehalten. Man kann sich durch Seminare und Kurse weiterbilden, und es gibt dafür spezielle Förderungen.“ Eva sieht die Sache der Lehrlingsausbildung pragmatisch. „Wir müssen schauen, dass gute Leute nachkommen. Das ist heute immer schwieriger.“ Die Ausbildung ist umfangreich. „In der Schule lernen wir die Eigenschaften der verschiedenen Gläser, wie Fensterglas, Isolierglas oder Profilglas genau kennen, um sie fachgerecht und dem Verwendungszweck entsprechend einzusetzen und zu bearbeiten. In der Werkstatt bereiten wir die Gläser vor; schneiden sie zu, schleifen, bohren Löcher und erstellen Ausbrüche. Auf dem Bau wird die Verglasung dann montiert“, erzählt Fabienne.

 

Ausbildungsbetrieb
OK Glasbau GmbH

Schwefel 102, Dornbirn
Telefon: 05572 26341 – 0
E-Mail: office@okglas.at
www.okglas.eu

 

Was ist das Schöne am Beruf?

Fabienne Trdin, 17, 2. Lehrjahr
Es ist ein abwechslungsreicher Beruf. Jede Baustelle ist anders und man muss sehr viel Gespür für das Material haben. Ich muss spüren, was ich mache und dieser sogenannte Männerberuf ist für mich genau richtig. Ich freue mich darauf, Projekte eigenständig verwirklichen zu können.

Yusuff Aksoy, 16, 2. Lehrjahr
Ich arbeite in verschiedenen Abteilungen und kann schon recht gut Kanten schleifen. Auf keinen Fall darf man den Handschutz vergessen. Mir gefällt, dass bei uns jeder jedem hilft. Gerne mache ich auch Glasreparaturen. Aber am liebsten bin ich dabei, wenn ein Wintergarten aufgebaut wird.

Eva Nußbaumer, Montageleiterin
Die normale Lehre dauert drei Jahre. Mit einem zusätzlichen Modul kann man aber ein Jahr anhängen. Ganz wichtig ist bei der Arbeit die geltenden Sicherheits- und Umweltnormen zu kennen und auch die geltenden Gesetze. Das muss man bei der Auswahl der Materialen mit einfließen lassen.

 

 

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