Giftpflanze breitet sich in Vorarlberg aus

Dornbirn – In Vorarlberg breitet sich eine giftige Pflanzenart aus, deren Gefahr oft unterschätzt wird: Der Riesenbärenklau. Hautkontakt kann zu schweren Verbrennungen führen.
Riesenbärenklau in ganz Vorarlberg
Dr. Klaus Zimmermann zur Giftpflanze

Der aus dem Kaukasus stammende Riesenbärenklau wurde vor vielen Jahren nach Mitteleuropa eingeführt und breitete sich damals als gefragtes Bienenfutter sowie ästhetische Zierpflanze in Gärten aus. Mittlerweile kommt diese mehrjährige Staude aus der Familie der Doldenblütler in ganz Vorarlberg vor, von Gebirgsregionen bis hin zu Waldrändern, Wegen, aber auch Wiesen.

Merkmale

Die Pflanzen können über drei Meter Höhe erreichen. Sie weisen große Doldenblüten auf, tief eingeschnittene Blätter und leicht gerippte, behaarte und rot gefleckte Stängel. Eine Pflanze kann bis zu 10.000 Samen pro Jahr produzieren. Mehrfaches Abmähen der Stauden schwächt die Pflanzen nur, vernichtet sie jedoch nicht. „Einmal angewachsen ist sie nur schwer zu entfernen, man müsste den Boden komplett abfräsen. Bis man sie beseitigt hat, kann es bis zu vier Jahre dauern. Eine komplette Ausrottung der Pflanzen ist nicht realistisch“, weiß Dr. Klaus Zimmermann, Naturwissenschafter und Fachberater der inatura Dornbirn.

Ernstzunehmende Gefahr

Der Pflanzensaft des Riesenbärenklaus hat eine starke fototoxische Wirkung. Eine Berührung der Pflanze in Verbindung mit Sonnenexposition hat schwere Hautveränderungen zur Folge, die mit Verbrennungen dritten Grades vergleichbar sind. „Sehr oft bleiben an den betroffenen Hautpartien hässliche Vernarbungen zurück“, erklärt Fachmann Zimmermann im VOL Live-Interview. Auch das Einatmen der Dämpfe der Pflanzensäfte kann Lungenprobleme bereiten. Augenkontakt sollte unbedingt vermieden werden, da dies sogar zur Erblindung führen kann.

Maßnahmen bei Vergiftung

Kommt es zur Berührung der Pflanze, so müssen die betroffenen Hautstellen sofort abgedeckt und vor Sonnenlicht geschützt werden. Die Partien mit Seife und kaltem Wasser gründlich abzuwaschen, mildert die Symptome. Beim ersten Auftreten von Hautveränderungen ist auf jeden Fall ein Arzt aufzusuchen.

Der Riesenbärenklau kann sich sehr rasch ausbreiten, da die Samen oft kilometerweit fortgetragen und am neuen Standort über mehrere Jahre keimfähig bleiben. Vor allem Kinder sollten vor dem Kontakt mit dieser Pflanze bewahrt werden, da es für ihre zarte Haut fatale Folgen haben kann.

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