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Gewaltausbruch in Libyen - Ölpreise reagieren stark

Die Unruhen in Libyen haben am Montag den Ölpreis auf ein 2-1/2-Jahres-Hoch getrieben. Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um 2,5 Prozent auf 105,08 Dollar (77,11 Euro). Der Preis für US-Leichtöl der Sorte WTI stieg um 4 Prozent auf 89,78 Dollar.
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“Libyen ist ein wichtiger Öl-Produzent und exportiert Rohöl von guter Qualität”, erklärte Christophe Barret, Öl-Analyst bei der Credit Agricole. Vor allem die Drohung eines Stammes-Anführers im Osten des Landes, die Ölexporte zu behindern, sollte die Regierung weiter Demonstrationen gewaltsam verhindern, sei besorgniserregend. “Es herrscht Sorge, dass der Nachschub aus Libyen gestört werden könnte”, sagte Tony Nunan, Risiko-Manager bei Mitsubishi Corp. “Die wichtigere Frage ist aber, greifen die Proteste auf Saudi-Arabien über?”

Libyen ist den Daten der US-Energiebehörde EIA zufolge der ölreichste afrikanische Staat und war 2009 der weltweit zwölftgrößte Exporteur. Das Land exportiert rund 1,1 Mio. Barrel Öl pro Tag, Öl-Exporte dominieren mit 95 Prozent der Einnahmen die libysche Wirtschaft. Die nachgewiesenen Erdölreserven wurden Ende 2009 mit 44,3 Milliarden Barrel (je 159 Liter) angegeben.

Aber es gibt schon jetzt Behinderungen: So kündigte BP an, alle Vorbereitungen auf Testbohrungen für Öl und Gas im Westen Libyens einzustellen und seine Mitarbeiter aus Libyen auszufliegen. Auch der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV holt seine österreichischen Mitarbeiter aus Libyen zurück und reagiert damit wie viele andere internationale Konzerne. Die OMV-Aktie rutschte heute um mehr als 4 Prozent ab und notierte gegen 11.45 Uhr bei 32,50 Euro. Die OMV erwirtschaftet ein Zehntel ihrer Öl- und Gasproduktion in Libyen.

Viele Anleger flüchten angesichts der Unruhen in mehreren arabischen Ländern ins Gold. Die Feinunze verteuerte sich am Montag um rund ein Prozent auf 1.402,48 Dollar oder 1.024,76 Euro und war damit so teuer wie seit Anfang Jänner nicht mehr. Auch Silber markierte mit 33,47 Dollar erneut ein 31-Jahres-Hoch. Platin hielt sich mit 1.848,75 Dollar in Reichweite seines Zweieinhalb-Jahres-Hochs von Anfang Februar und Palladium war mit 859 Dollar so teuer wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Auch bei den Industriemetallen gab es Preissteigerungen, die Händler allerdings auf technische Faktoren zurückführten. So suchten Nickel und Aluminium Anschluss an die Rekordjagd beim Kupfer und stiegen auf den höchsten Stand seit rund zweieinhalb Jahren. Das zur Stahl-Herstellung benötigte Nickel verteuerte sich um bis zu 0,9 Prozent auf 29.425 Dollar je Tonne. Das im Automobil- und Flugzeugbau verwendete Aluminium notierte in der Spitze 0,7 Prozent fester bei 2.585 Dollar. Zink markierte mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 2.590 Dollar immerhin noch ein Dreieinhalb-Monats-Hoch.

Kupfer verteuerte sich in den vergangenen drei Monaten um knapp 20 Prozent und war in der Vorwoche mit 10.190 Dollar je Tonne so teuer wie noch nie. Am Montag notierte der Preis kaum verändert.

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