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Gesundheitsdebatte im Landtag

Am zweiten Tag der Budgetberatungen entwickelte sich im Vorarlberger Landtag am Donnerstag beim Haushaltskapitel Spitäler eine „akute“ Gesundheits- und Krankenhausdebatte.

Die vom Land beim Beratungsbüro „Koeck, Ebner & Partner“ in Auftrag gegebene „Studie zur Implementierung eines optimierten stationären Leistungs- und Strukturangebotes für das Land Vorarlberg unter Berücksichtigung des tagesklinischen und extramuralen Potenzials“ hatte viele Besorgnisse bezüglich der medizinischen Versogung im Ländle ausgelöst.

Gesundheits-Landesrat Hans-Peter Bischof und Landeshauptmann Herbert Sausgruber versicherten übereinstimmend, die Studie sei „noch kein Endergebnis“, sondern erst die Basis für eine breite und hoffentlich emotionsfreie Diskussion. Es gehe um Verbesserungen für das Krankenhauspersonal und die Patienten, versicherte Bischof. Und Landeshauptmann Sausgruber ergänzte, Ziel sei das Halten und die Weiterentwicklung der „exzellenten“ Gesundheitsversorgung  für jedermann im Land. Das bedeute u.a. die Akutversorgung rund um die Uhr in allen Spitälern. Den anderswo überlegten Weg der Schließung von Krankenhäusern gehe Vorarlberg nicht mit, unterstrich Sausgruber und schränkte lediglich ein, dass man im Sinne des Konzepts der funktionellen Schwerpunktbildung „auf Dauer nicht alles überall machen kann“.

Das Problem ungewollter Schwangerschaften von jungen Mädchen und Frauen brachte SPÖ-Vorsitzende Elke Sader (von Beruf Frauenärztin, Anm.) aufs Tapet. Es fehle eine niederschwellige Anlauf- und Beratungsstelle für unter 18-jährige Mädchen, die SPÖ beantrage daher eine so genannte „First Love Ambulanz“. Wenn dieser Antrag bedauerlicherweise abgelehnt werden sollte, würde sie eine solche Einrichtung selber organisieren, kündigte Sader an.

Zu Mittag überreichten im Landhaus Diözesanbischof Klaus Küng und der evangelische Pfarrer Wolfgang Olschbaur – auch im Namen der Serbisch-Orthodoxen Kirche – das am 1. Adventsonntag veröffentlichte Sozialwort der christlichen Kirchen an die Fraktionschefs der Landtagsparteien. „Die Kirchen verstehen sich vor allem auch als Anwälte für Arme und Schwache, für Menschenwürde, für Gerechtigkeit und das Gemeinwohl“, unterstrich Küng am Rand der Landtagssitzung. An Themen und Anliegen, die in Vorarlberg über konfessionelle Grenzen hinweg besondere Aktualität besitzen, nannte Küng das Bemühen um die Integration von Zuwanderern, den Schutz des Lebens von der Geburt bis zum natürlichen Ende und den arbeitsfreien Sonntag.

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