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Gespräch soll Klarheit bringen

Wallner zum geplanten Wiederantritt Berchtolds: "Feldkirchs Entscheidung"
Wallner zum geplanten Wiederantritt Berchtolds: "Feldkirchs Entscheidung" ©VOL.AT
Feldkirch - Feldkirchs Bürgermeister kandidiert 2015 wieder. LH Wallner: „Entscheidung Feldkirchs“.
Berchtold: „Bürgermeister ist ein Traumberuf“
"Haben nichts anderes erwartet"

Zurückhaltend und recht defensiv reagierte Landeshauptmann Markus Wallner gestern auf die Ankündigung Wilfried Berchtolds, bei der Gemeindewahl 2015 wieder antreten zu wollen. Auf die Frage, wie er zu Berchtolds erneuter Kandidatur stehe, sagte Wallner nur: „Die Entscheidung liegt bei Wilfried Berchtold und bei der Stadtpartei. Da kann und will ich mich nicht einmischen.“ Wallner fügte allerdings auch an: „Es sind die Gerichtsverfahren abgeschlossen und das muss man so ja auch einmal zur Kenntnis nehmen.“ 

„Ein persönliches Gespräch“

Im Übrigen ziehe er es vor, mit dem Feldkircher Bürgermeister ein persönliches Gespräch zu führen: „Uns über die Medien gegenseitig ausrichten – das ist nicht mein Stil.“ Besagtes Gespräch mit Berchtold (57) soll aber erst nach dem Landesparteitag im März geführt werden, wenn Wallner (44) dann auch offiziell Parteivorsitzender der ÖVP ist: „Das haben wir vorher schon so vereinbart.“ Warum so vorsichtig? „Ich bin nicht vorsichtig. Aber ich respektiere, dass die Entscheidungen in Feldkirch fallen – wie ich auch die Entscheidungen anderer Ortsgruppen respektiere.“ Er habe sich vorgenommen, im Gespräch mit Berchtold auch die Gesamtsituation zu besprechen: „Uns ist Feldkirch wichtig. Die weitere Entwicklung ist auch mit Blick auf die kommenden Wahlgänge von Bedeutung.“ Während sich Landes-ÖVP und Feldkircher Ortspartei unter Wallner damit zumindest wieder etwas annähern – zwischen LH Herbert Sausgruber und Berchtold hatte Funkstille geherrscht – geben sich die Oppositionsparteien im Landtag unverändert kritisch.

Opposition mit harten Worten

Es handle sich zwar um eine ÖVP-interne Angelegenheit, in die er sich nicht einmischen wolle, sagte FPÖ-Chef Dieter Egger (42): „Auffallend ist aber schon, dass für die ÖVP jene moralischen Ansprüche, die sie so gern an andere stellt, in den eigenen Reihen nicht gelten.“ Sausgruber habe zur Causa Berchtold klare Worte gefunden: „Es wird sich zeigen, welche Haltung die ÖVP unter dem neuen LH in Wertefragen einnimmt.“ Schwere Kritik übte auch Grünen-Chef Johannes Rauch (52): „Berchtold hat nie einen Funken Einsicht gezeigt. Ob es Feldkirch zum Vorteil gereichen wird, einen Bürgermeister zu haben, der auf dieser Basis regiert, sei dahingestellt.“ Für Rauch wäre, wenn schon nicht der unmittelbare Rücktritt, dann zumindest der Verzicht auf eine Wiederkandidatur angebracht gewesen. SPÖ-Chef Michael Ritsch (43) ärgert sich: „In Vorarlberg gibt es keine politische Kultur des Zurücktretens. Der Fall Berchtold hat dies auf eindrücklichste Weise belegt.“ Für Ritsch ist „Berchtold nach wie vor rücktrittsreif und nicht geeignet, das Amt des Bürgermeisters in Feldkirch auszuüben“.

(VN/ Andreas Dünser)

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